22-Jähriger baut sich eigene Scheune für seine Traktorensammlung

Mondholz : 22-Jähriger baut sich eigene Scheune für seine Traktorensammlung

Der junge Gonzerather Niklas Stein baut für seine Sammlung aus landwirtschaftlichen Fahrzeugen eigenhändig eine große Holzscheune.

Niklas Stein weiß, dass die Meinungen im Dorf unterschiedlich sind. Sie reichten von „der spinnt“ über diejenigen, die gar nichts sagten, bis zur „handvoll“ Leute, die ihm versicherten, es sei toll, was er da mache, da könne er stolz drauf sein. Und das ist er auch. Allein schon deshalb, weil er sich traute, so etwas anzupacken. Statt immer nur zu reden, habe er das jetzt einfach mal gemacht.

Auf den ersten Blick ist sein Projekt ja auch gar nicht so ungewöhnlich. Schließlich wurde in Gonzerath schon manche Scheune gebaut, wenn auch nicht immer in Holzständerbauweise. Besonders ist aber, dass sich da ein 22-Jähriger ins Zeug legt – und das für einen 144 Quadratmeter großen Bau für seine Traktorsammlung. Ebenso besonders ist, dass Niklas auf traditionelle Art baut: „mit Zapfenverbindungen wie vor 100 Jahren“ statt vieler Nägel und mit Mondholz. Im Winter bei abnehmendem Mond gefällt, weise es besondere Eigenschaften auf, er nennt als Beispiele bessere Witterungsbeständigkeit und Resistenz gegen Insektenbefall.

Das komplette Bauholz hat Niklas, von Beruf Forstwirt, selbst um Weihnachten gefällt und von einem mobilen Sägewerk zuschneiden lassen. Dass er kein Zimmermann ist, konnte ihn von seinem Vorhaben nicht abhalten. Ein Kumpel vom Fach habe ihm nach Feierabend Tipps gegeben. Dankbar dafür ist er ihm schon deshalb, weil seine Zeit auf der Baustelle knapp war. Denn gleich nach seiner Ausbildung machte er – parallel zum Scheunenbau – sein Fachabitur: „Immer wenn ich zwischendrin mal eine Freistunde hatte, bin ich für ein bis zwei Stunden nach Hause gefahren und hab an der Scheune weitergebaut.“

Seine beiden Traktoren – darunter ein Mc Cormick ICH 423 Baujahr 1997 – sowie Mähdrescher, Sense und weiteres Zubehör sollen vernünftig untergestellt sein. Geräte, mit denen frühere Generationen täglich arbeiteten, landeten ja schon mal schnell auf dem Müll, bedauert Niklas. Daher habe er es sich zur Aufgabe gemacht, einige der Nachwelt zu erhalten. Dass er dafür extra eine Scheune baut, ergab sich durch den Verkauf der großelterlichen Scheune. „Da waren meine ganzen Sachen drin“, erzählt er. Also baute er eben selbst was Passendes. Denn in eine normale Garage würde seine Sammlung nicht reinpassen. Die Idee, auf traditionelle und zugleich nachhaltige Art und Weise zu bauen, reifte schon während der Ausbildungszeit. Holz sei ja ein wertvoller Kohlenstoffspeicher. Und da es früher weder Farben noch Lacke gegeben habe, um Holz zu behandeln, soll das Holz seiner Scheune „im natürlichen Zustand“ bleiben.

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