250 Haushalte ohne Anschluss

250 Haushalte in der Altstadt von Bernkastel haben seit Samstagabend keinen Fernseh- und Radioempfang. Viele sind auch vom Telefonnetz und Internet abgeschnitten. Die Betroffenen sind Kunden bei Kabel Deutschland. Seit gestern sind Techniker vor Ort, um einen Verstärker zu erneuern. Wie lange das dauert, ist noch ungewiss.

Bernkastel-Kues. Matthias Grommes ist stinksauer. Der Hotelier und Gastwirt in der Bernkasteler Altstadt kann wie viele andere in der Stadt seit Samstagabend, 19.30 Uhr, weder Fernsehen noch Radio empfangen. Mehrmals hat er die Servicenummer für technische Probleme des Unternehmens Kabel Deutschland angerufen — stets ohne Erfolg. Jürgen Kettern ist ebenfalls betroffen. Dreimal hat er die gleiche Servicenummer gewählt — am Montag, Dienstag und gestern — immer wieder wurde er vertröstet mit der lapidaren Aussage: "Problem erkannt, wir arbeiten daran." Doch auch gestern Mittag blieb Ketterns Fernseher schwarz. Kunden, die außerdem einen Telefon- oder Internetvertrag mit Kabel Deutschland geschlossen haben, müssen zurzeit auch dar auf verzichten.

Schon mehrmals Störungen bei Hochwasser



Zahlreiche verärgerte Bernkasteler Bürger haben sich zudem bei der Verbandsgemeinde-Verwaltung gemeldet. Vera Krämer von der Bauabteilung hat sich daraufhin ebenfalls mehrmals bei Kabel Deutschland beschwert. Auch sie wurde immer wieder hingehalten. Wann die Störung behoben sei, sagte das Unternehmen der Verwaltungsmitarbeiterin nicht.

Gastwirt Grommes vermutet, dass die Störung mit dem Moselhochwasser zusammenhängt. Der Verstärkerkasten von Kabel Deutschland befinde sich in Moselnähe im alten Stadtpark. Auch bei den Hochwasser-Ereignissen 1993, 1995, 1997 und 2003 sei die Leitung defekt gewesen. Grommes: "Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum der Kasten nicht in eine hochwasserfreie Zone verlegt wird."

Auf TV-Anfrage teilte Dorothee Janssens, Pressesprecherin von Kabel Deutschland, mit, dass seit gestern Techniker in Bernkastel-Kues vor Ort seien, um den in einem Schacht befindlichen defekten Verstärkerkasten zu erneuern. Wegen des Hochwassers hätten die Arbeiten nicht früher erfolgen können. Janssens: "Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten und bitten die Kunden um Entschuldigung." Weiter erklärte die Pressesprecherin, dass man alles daran setze, die Störung so schnell wie möglich zu beheben. Die Ursachen seien aber vielfältig, so dass die Reparatur auch länger als einen Arbeitstag dauern könne.

Für Matthias Grommes ist diese Erklärung nur ein schwacher Trost. Er hat sich inzwischen, wie viele andere auch, einen Fernseher mit Satelliten-Empfang besorgt.

Vor einer Woche waren im Konzer Stadtteil Berendsborn 35 Haushalte - ebenfalls Kunden von Kabel Deutschland — eine Woche ohne Kabelanschluss. Dort war ein Kabel beschädigt worden. Fernseher, Radio und teilweise Internet und Telefon klappten von Sonntagmittag bis zum darauffolgenden Samstagabend nicht.

Nach Aussage von Kabel Deutschland hätte in Konz-Berendsborn der Schaden früher behoben werden können. Ein Anwohner habe die notwendigen Tiefbauarbeiten auf seinem Grundstück aber nicht zugelassen.

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