270 000 Euro für zwei Dachsanierungen

270 000 Euro für zwei Dachsanierungen

Die Gemeinde Piesport hat die Sanierung zweier historischer Dächer beschlossen. Erleichtert hat das Ja zu den dringenden Arbeiten die Aussicht auf Zuschüsse aus zwei Landestöpfen. Gleichzeitig zeichnet sich eine Alternative ab für einen günstigen Anschluss ans weltweite schnelle Datennetz.

Piesport. (urs) Gleich zwei dicke Brocken muss Piesport in nächster Zeit verkraften. Auf Beschluss des Gemeinderates werden in Alt-Piesport zwei Dächer saniert: die des Bürgerhauses und des Klausenhof-Kellers dahinter. Das Landesamt für Denkmalpflege wolle die aus der Zeit um 1500 stammenden Dachstühle unbedingt erhalten, begründet Ortsbürgermeister Karl Heinz Knodt die zu erwartenden hohen Kosten. Die Sanierung des Bürgerhausdaches sei mit 170 000 Euro veranschlagt, die "Notsanierung" des Klausenhof-Daches, unter dem auch die Dorfjugend ihr Domizil hat, mit 100 000 Euro. In Alt-Piesport zählen nicht nur diese beiden Häuser zu den Kulturdenkmälern des Kreises, sondern das komplette Ausoniusufer entlang der Mosel bis zur Kirche St. Michael. Laut Knodt will sich das Denkmalpflegeamt daher auch in "erheblichem" Umfang an den Kosten beteiligen. Für den Klausenhof-Keller sei ein bis zu 50-prozentiger Zuschuss in Aussicht gestellt, und er hofft auf einen ähnlich hohen Prozentsatz beim Bürgerhaus. Darüber hin aus wird auch Geld aus dem Topf der Dorferneuerung fließen. Denkmalschutz-Projekte seien ja die einzigen Projekte, die doppelt gefördert werden könnten, weiß Knodt zu schätzen. Von der Ortsgemeinde werde daher nur "ein geringer Teil zu finanzieren" sein.

Günstiger als ursprünglich erwartet wird möglicherweise auch der schnelle Anschluss ans weltweite Datennetz. Zwar gibt es in Piesport eine Grundversorgung mit "Digitalen Teilnehmeranschlüssen" (DSL). Doch die Leistung lässt noch zu wünschen übrig. Daher hatte die Gemeinde einen Anschluss an einen Verteiler in Neumagen in Erwägung gezogen, was aber wegen aufwendiger Erdarbeiten sehr teuer wäre. Knodt hofft daher auf die Pläne einer Firma, die binnen zwei Jahren entlang der gesamten Mosel Kabel verlegen wolle. "Das wäre weitaus preisgünstiger", ist er überzeugt. Denn in diesem Fall müsste sich die Gemeinde nicht an den Kosten für die Erdarbeiten beteiligen.

Vorteile verspricht sich Piesport aber auch vom "Villenprojekt" der Initiative "Straße der Römer". Das Gemeinschaftsprojekt rheinland-pfälzischer Tourismusagenturen verbindet mehr als 100 römische Sehenswürdigkeiten im Raum Mosel, Saar, Luxemburg, Eifel und Hunsrück und kooperiert mit überregionalen Projekten. Laut Knodt sieht das Villenprojekt in Piesport ein Bildschirm-Modul vor, an dem sich Besucher über die Kelteranlage informieren können. Für Knodt ist das eine sinnvolle Idee: "Das wollen wir machen."

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