28 Meter in die Tiefe

Was tun, wenn ein "Spinnennetz" oder ein Holzbalken den Weg versperrt? Oder man von A nach B nur über ein gespanntes Seil kommt, man das Hindernis aber nicht alleine bewältigen kann? Vor diesen und anderen Problemen standen zwölf Schüler der Hauptschule Bernkastel-Kues bei ihrem erlebnispädagogischen Tag.

Bernkastel-Kues. (red) Organisiert und durchgeführt wurde dieser Tag von Mirko Kuhn vom Palais e. V. Trier. Begleitet wurde er von Schulsozialarbeiterin Nadine Werner und Streitschlichter-Projektleiterin Desiree Schell. Schon im Schuljahr 2005/2006 wurden an der Hauptschule zehn Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet. Ihre Aufgabe ist es, kleinere Streitereien und Konflikte unter den Schülern zu schlichten und gemeinsam eine Lösung zu finden. Auch im aktuellen Schuljahr befinden sich Schüler in der Streitschlichterausbildung.Mit einem ganz besonderen Programm von Team- und Kooperationsspielen wurden die 14- bis 15-Jährigen vor die Herausforderung gestellt, nur gemeinsam die Aufgaben meistern zu können. Ein weiteres Ziel war das Zusammenwachsen beider Gruppen. Um die Aufgaben sinnvoll zu bewältigen, musste viel gesprochen, ausprobiert und Mut bewiesen werden. Der eine oder andere kam dadurch schnell an seine Grenzen. Beim Abseilen sprechen sich die Schüler gegenseitig Mut zu

Nach einem kurzen Warm-up durch Team- und Kooperationsspiele auf dem Gelände der Jugendherberge ging es weiter durch den Wald. Der Weg wurde durch ein Spinnennetz (durch Seile gespanntes Hindernis) versperrt. Durch Strategie und gute Planung musste dieses Netz überwunden werden. Nach erfolgreichem Gelingen standen die Schüler schon wieder vor der nächsten Hürde. Alle Gruppenteilnehmer mussten über einen zwei Meter hohen Balken zwischen zwei Bäumen. Auch hier waren Zusammenhalt, Taktik und Kommunikation gefragt. Gegen Ende des Weges fanden sich die Streitschlichter vor einem Seilparcours wieder. Sie mussten von Baum zu Baum über ein Seil balancieren, welches zirka einen Meter über dem Boden an den Baumstämmen befestigt war. Die Abstände zwischen den Bäumen wurden immer größer. Diese Aufgabe war im Alleingang nicht zu bewältigen. Kooperations- und Teamfähigkeit standen auch hier an erster Stelle. Die letzte Station und somit der Höhepunkt des Tages war das Abseilen vom 28-Meter hohen Turm der Burg Landshut. Obwohl es bei dieser Aufgabe nicht um Teamfähigkeit oder Kooperation ging, sah man schon erste Erfolge des Tages: Die Schüler sprachen sich gegenseitig Mut zu und motivierten sich durch Applaus. Die Streitschlichter konnten an diesem Tag ihre sozialen Kompetenzen erweitern und verbessern. Teamfähigkeit, Kommunikation und Kennenlernen der eigenen Grenzen helfen ihnen im Umgang mit Konflikten im Schulalltag und speziell in ihrer Arbeit im Streitschlichterbüro.