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3,5 Millionen Euro soll Kita-Neubau in Traben-Trarbach kosten

Bildung : Das lange Warten auf den Kita-Neubau in Traben-Trarbach

Die Kita Rappelkiste in Traben-Trarbach muss abgerissen werden. Der Neubau könnte nun teurer als geplant werden - und müsste europaweit ausgeschrieben werden. Das kann dauern.

„Der Neubau hat sich am Ende als einzige Möglichkeit herausgestellt. Wir sind unter anderen Voraussetzungen gestartet, aber das hat sich geändert,“ erklärt Stadtbürgermeister Patrice Langer in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Stadtrats. Es geht um die Kita Rappelkiste. Schon vor vier Jahren war eine Sanierung in der Planung. Aber es hatte sich bereits Ende vergangenen Jahres herausgestellt, dass eine Sanierung der Kita, in der rund 80 Kinder von zirka 21 Erziehern betreut werden, zu teuer kommt. Der Grund ist einerseits die marode Substanz des Gebäudes, zum anderen aber auch die neuen Richtlinien, die das rheinland-pfälzische Kita-Gesetz in diesem Jahr vorgibt. Statt einer fünf-gruppigen Kita muss nun eine sechs-gruppige Kita ermöglicht werden.

Der Neubau könnte bis zu 3,5 Millionen Euro kosten, weshalb er europaweit ausgeschrieben werden muss. Ursprünglich waren 2,5 Millionen Euro geplant, wozu keine europaweite Ausschreibung erforderlich gewesen wäre. 3,5 Millionen Euro gelten als Schwellenwert für eine europaweite Ausschreibung. Das bedeutet, dass die Ausschreibung und deren Rücklauf mit großer Wahrscheinlichkeit länger dauert als bei einer lokalen Ausschreibung. Beigeordneter Hajo Weinmann sagt dazu: „Das neue Kita-Gesetz erfordert 100 und mehr Plätze für Kinder. Die alte Kita ist verschachtelt gebaut mit unterschiedlichen Höhen. Die feuchten Keller sind kaum trocken zu legen.“

Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, fügt hinzu: „Wir fangen jetzt an, europaweit auszuschreiben und sind bereits mit der Landesregierung in Verhandlungen, denn es gilt das Prinzip ,Wer bestellt, der bezahlt,“. Bei der neuen Kostenschätzung sei es - angesichts des Haushaltes der Stadt - notwendig, Fördergelder locker zu machen.

Wie geht es nun weiter? Wie Heintel versichert, haben die zuständigen Behörden die Betriebserlaubnis der Kita bis zum Beginn des Neubaus verlängert. Es sei allerdings auch noch nicht klar, in welches Ausweichquartier die Kita während der Abrissphase und während des Neubaus umziehen könne.