36 Anmeldungen sind nötig

LONGKAMP. Wenn genug Anmeldungen vorliegen, kann die Grundschule Mülheim ab dem Schuljahr 2007/08 als Ganztagsschule arbeiten. Die umliegenden Schulstandorte sollen aber nicht außer Acht gelassen werden.

Der Verbandsgemeinderat Bernkastel-Kues hat bei seiner Sitzung in Longkamp einem Antrag der Gemeinde Mülheim entsprochen, die Grundschule als Ganztagsschule zu führen. Die Verwaltung wird die nötigen Anträge bei der Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion Trier vorlegen. Vorausgesetzt die Mindestzahl an Schülern wird erreicht, kann die Schule ab dem Schuljahr 2007/08 in den Ganztagsbetrieb gehen. Die Grundschule in Mülheim, die auch von den Kindern aus Brauneberg besucht wird, wird im Schuljahr 2006/07 voraussichtlich 87 Schüler haben. Um Ganztagsschule zu werden, muss eine Mindestzahl von 36 Anmeldungen erreicht sein. Schulleitung und die Gremien der Schule unterstützen den Antrag. Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, sprach von einer "schwierigen Entscheidung. Aber wir müssen der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen." Die Fraktionen begrüßen den Antrag ebenfalls. Sie trugen aber auch einem Schreiben von Dirk Kessler, Ortsbürgermeister der Gemeinde Wintrich, Rechnung. Der teilt darin die Besorgnis mit, dass der Schulstandort Wintrich gefährdet sein könnte, wenn in Mülheim eine Ganztagsschule eingerichtet wird. Die Schule in Wintrich wird derzeit von 27 Schülern besucht. Nach derzeitigem Stand wird die Zahl in den kommenden Jahren (bis 2011/12) zwischen 27 und 33 schwanken. Konkurrenzdruck bestehe aber derzeit wegen der Ganztagsschule in Piesport bereits, sagte Maria Bölinger (SPD). Eine Ganztagsschule in Mülheim könne zudem die jetzt schon überlastete Ganztagsschule in Kues entlasten. Es entspann sich auch eine kurze Grundsatzdiskussion. "Man sollte die Lehrer besser zu den Schülern als umgekehrt", warb Johannes Schneider (Vereinigung Bürger für Bürger) für Schulen in jeder Gemeinde. Es sei, so der Tenor im Rat, auch durchaus wünschenswert, in jedem Ort ein Ganztagsangebot zu machen. Das, so Bürgermeister Hangert, scheitere aber an der Vorgabe des Landes, dass mindestens 36 Anmeldungen an einer Schule vorliegen müssten. "Bei Schulen mit 30 Schülern ist das schlichtweg unmöglich", machte Hangert eine einfache Rechnung auf. "Die Verwaltung muss mit den Bürgermeistern der Gemeinden Mülheim, Veldenz, Burgen, Brauneberg und Wintrich, den Schulleitern und der Schulaufsichtsbehörde nach Lösungen der Schulstandortfrage suchen", forderte Eduard Arens (CDU).

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