5,5-Millionen Euro-Maschine zum Abheben: Wittlicher ADAC-Luftrettungsstation hat einen neuen Christoph 10

5,5-Millionen Euro-Maschine zum Abheben: Wittlicher ADAC-Luftrettungsstation hat einen neuen Christoph 10

Wittlichs Gelber Engel fliegt rund 2000 Einsätze im Jahr und ist eine Hightech-Maschine. Der neue Christoph 10 ist mit Ausstattung 5,5 Millionen Euro wert. Der ADAC als größte zivile Luftrettungsorganisation in Deutschland kümmert sich um die Station. Sie sorgt seit 1975 für schnelle Hilfe aus der Luft in der ganzen Region.

Foto: Klaus Kimmling

Kennen Sie Hubschrauber-Quartett? Mit dieser Karte können Sie gewinnen: Farbe Gelb, 710 Liter im Tank, 240 Stundenkilometer Reisegeschwindigkeit, Kostenpunkt: 5,5 Millionen Euro, 10,40 Meter Rotordurchmesser. Das Original dazu steht seit dieser Woche vor dem Wittlicher Krankenhaus. Die Crew der ADAC-Luftrettung aus Piloten, Notärzten, Rettungsassistenten hat eine neue Maschine. Seit sie an der Klinik steht, fällt sie nicht nur Technikfans auf, die sie schon am Tag eins fotografierten.

Pilot Jens Richter fasst zusammen, was das für die fliegenden Retter an Vorteilen bringt: "Die Maschine erfüllt das Anforderungsprofil an Christoph 10 optimal: Zwei verbesserte Triebwerke der Marke Pratt & Whitney sorgen dafür, dass der Hubschrauber genügend Leistung für Notfalleinsätze aufbringt, aber auch weite Strecken für Intensiv-Verlegungen zurücklegen kann.

50.000 Litertank im Boden

Ein Cockpit mit modernster Navigationstechnik, ein Autopilot sowie eine verbesserte medizinische Ausstattung tragen in Zukunft zur optimalen Versorgung der Patienten in der Region Eifel, Mosel und Hunsrück bei. Die H135 wird selbstverständlich auch geltenden Sicherheitsbestimmungen gerecht. Im Fall eines Triebwerksausfalls während der kritischen Start- und Landephasen hat der Pilot den Helikopter sicher unter Kontrolle.

Die Crew freue sich bei der neuen Hubschrauber-Generation über ein neues Kommunikations- und Navigationssystem, leistungsstärkere Triebwerke, im Gebirge mehr Leistung, ein höheres Abfluggewicht (2980 Kilo) und eine andere Aerodynamik.

Immerhin sind die Wittlicher bundesweit auf Platz drei der Luftrettungsstationen an den Einsatzzahlen gemessen: hinter Berlin und Aachen. Auf rund 900 Flugstunden und bis zu 2000 Einsätze komme man laut Richter im Jahr. Das braucht auch viel Sprit. Der Tank im Boden neben der Start- und Landestation fasst 50.000 Liter. Jetzt wird etwas weniger verflogen, denn Christoph 10 hebt nur von Sonnenauf- bis -untergang ab. "Das Problem ist die Außenlandung. Da reicht unser Licht nicht aus, um zu sehen, ob da etwa nicht ein Draht, eine Leitung von Dach zu Dach gespannt ist", sagt Jens Richter.

Die Lackierung der neuen Maschine glänzt. Wer putzt sie denn, die Rettungshubschrauber? Jens Richter. "Das machen wir selbst."

Extra
Für Kinder
Der Heilige Martin teilt den Mantel und der Heilige Christoph? Der ist besser bekannt als Christopherus und Schutzpatron derer, die unterwegs sind. Das hat dem ADAC gefallen, als er seinen ersten Rettungshubschrauber taufte: Christoph 1 flog in München. In Wittlich ist der auch "gelber Engel" genannte Rettungshubschrauber des ADAC seit 40 Jahren unter dem Funkrufnamen Christoph 10 am Start. Jetzt hat die Luftrettungsstation am Krankenhaus einen neuen Helicopter, der wieder den Namen trägt. Der Vorgänger war seit 2011 im Dienst und hatte 2014 1889 Einsätze. Christoph 10 bekommt seine Einsätze von der Rettungsleitstelle Trier zugeteilt, wo alle Notrufe per 112 eingehen. sos

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