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50 Jahre Bernkasteler Kammermusikvereinigung

50 Jahre Bernkasteler Kammermusikvereinigung

Rund 300 Besucher haben ein beeindruckendes Jubiläumskonzert erlebt: Die Bernkasteler Kammermusikvereinigung gratulierte sich selbst, unterstützt von vielen Ehemaligen, zu ihrem 50-jährigen Bestehen.

Bernkastel-Kues. Der stürmische Applaus des Publikums, das sich spontan von seinen Plätzen erhebt, ist der verdiente Lohn für ein außergewöhnliches Konzert. Drei Stunden hat die Bernkasteler Kammermusikvereinigung im ausverkauften Barocksaal von Kloster Machern die Zuhörer in ihren Bann gezogen.
Unterstützt von Ehemaligen und dirigiert von ihrem Mitbegründer Wolfgang Lichter beschenkten sich die Musiker selbst zum 50. Geburtstag: mit einem für die Gast-Solisten sorgsam zusammengestellten Programm mit Stücken für Trompete (Daniel Reiter), Fagott (Georg Klütsch) und Violine (Albert Boesen).
Paukenschlag-Sinfonie


Den ersten Teil des Jubiläumskonzertes krönte die von der Bernkastel-Kueser Altistin Marion Eckstein gesungene h-Moll-Messe "Laudamus te", den zweiten Joseph Haydns Paukenschlag-Sinfonie.
Bemerkenswert ist die Geschichte des Orchesters, das anders als andere regionale Ensembles seit 50 Jahren aktiv ist. Zu danken ist das dem engagierten Leiter. Ein Stamm fähiger Laien hält ihm seit Jahren die Treue und gewährleistet ein solides spielerisches Niveau, das auch Berufsmusiker und begabte Nachwuchsmusiker anspricht. Mit dem 1985 gestarteten Mosel Musikfestival, heute das größte internationale in Rheinland-Pfalz, verbindet das erste Konzert im Cusanus-Stift, erinnerte Intendant Hermann Lewen. Dank des Orchesters genieße "klassische Musik einen so hohen Stellenwert in der Stadt".
Die Gründung des Orchesters geht auf eine Initiative von Musikwissenschafter Felix Schroe-der zurück.
Er knüpfte an eine in der Stadt lange gepflegte Tradition an: In den 1920er Jahren hatte es einen Vorgängerverein gegeben sowie zuvor einen "Philharmonischen Verein" und schon 1837 einen Musikverein. Die Kammermusikvereinigung gründeten am 9. Oktober 1962 sieben Personen, die Wolfgang Lichter als ihren bis heute aktiven Vorsitzenden erkoren.
Unter den rund ein Dutzend Mitgliedern der ersten Stunde waren einige Aktive der ehemaligen Wittlicher Philharmonie. Vereinszweck war das "dringende Bedürfnis", in Bernkastel-Kues Konzerte zu veranstalten, woran es bis dahin fehlte.
Als Verein, der sich "im Dienste der Öffentlichkeit" sah, fungierte das Orchester zudem als Veranstalter, was erst 1983 ein Kur- und Veranstaltungsbüro übernahm. urs