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50 Jahre Grund- und Volksschule Thalfang Jubiläum

Schule : Thalfanger Grundschule und Erbeskopf-Realschule plus feiern dieses Jahr ihr 50-Jähriges – So hat alles begonnen

Die Thalfanger Grundschule und die Erbeskopf-Realschule plus feiern dieses Jahr Jubiläum. Ein Rückblick auf ihre Geschichte.

Eigentlich hätte es Anlass gegeben, in Thalfang in dieser Woche eine große Feier zu organisieren. Denn die Grundschule Thalfang und die Hauptschule, die heutige Erbeskopf-Realschule plus, haben am 1. März 1971, also vor 50 Jahren, ihren Betrieb aufgenommen.

Ursprung „Das hing mit der Schulreform zusammen“, sagt Elmar Ittenbach, der am 1. August 1971 als Lehrer zur damaligen Hauptschule gekommen ist. Die Schullandschaft in der Verbandsgemeinde Thalfang habe vorher einem Flickenteppich geglichen, sagt er. Bis dahin hatte es in den Dörfern jeweils eine Volksschule gegeben, in denen Jungen und Mädchen vom ersten bis zum achten Schuljahr unterrichtet wurden. „Wenn es sein muss, sogar in einer einzigen Schulklasse.“ Angedacht worden war eine Volksschule für die gesamte VG vom ersten bis zum neunten Schuljahr, sagt Ittenbach.

Der Start „Damals waren die Klassenstufen fünf bis neun dreizügig, jede Klasse mit 30 Schülern“, erinnert sich Ittenbach. Etwa 540 Schüler – 300 in der Hauptschule, 240 in der Grundschule - drängelten sich in das neu errichtete Gebäude. „Es war ganz schön eng“, sagt er. Einige Klassen der Grundschule seien nach Bäsch und Hilscheid ausgelagert worden.

„Das war damals eine riesige Umstellung von den kleinen Dorfschulen zu einer großen gemeinsamen Schule für 23 Dörfer“, sagt Edwin Klee, Gründungsrektor der neuen Volksschule. Wobei die Kinder aus Horath, Gräfendhron und Merschbach erst etwas später hinzugekommen waren. Die Stimmung sei seinerzeit euphorisch gewesen, sagt er. „Es war eine spannende Zeit. Wir hatten mit der neuen Schulform keine Erfahrung“, erinnert sich der 92-Jährige. Das habe auch für die Schulbehörde gegolten, so dass sich Klee viel mit seinen Kollegen an anderen Standorten ausgetauscht hatte.

Die Lehrer von den Dörfern mussten sich als vorherige Allrounder in der neuen Volksschule auf Fächer spezialisieren, sagt er. Lehrpläne habe es anfangs nicht gegeben. Diese seien peu à peu hinzugekommen. Für 15 Klassen habe es anfangs lediglich 15 Lehrer gegeben. Bei Krankheit mussten dann zwei oder drei Klassen gemeinsam in der Aula oder dem Musiksaal unterrichtet werden. Ein halbes Jahr später seien dann die neuen jungen Lehrer hinzugekommen. „Das hat sich gut eingependelt“, sagt er. Die Kinder aus der ganzen VG konnten sich in der neuen Schule kennenlernen, sogar über Konfessionen hinweg. Denn in der Ortsgemeinde Thalfang hatte es vorher zwei Volksschulen gegeben, eine für katholische und eine für evangelische Kinder. In der katholischen Schule seien die Jungen und Mädchen ab dem fünften Schuljahr getrennt worden, „damit sie sich nicht über den Weg laufen“, erinnert sich Klee. Somit gab es für die Klassenstufen von fünf bis acht jeweils eine Mädchen- und eine Jungenklasse, denen die Kinder der Klassen eins bis vier dann jahrgangsweise zugeteilt wurden.

 Die Thalfanger Schulen haben am 1. März 1971 ihren Betrieb aufgenommen. Vorne rechts ist die Grundschule zu erkennen, dahinter das höhere Gebäude der Realschule Plus.
Die Thalfanger Schulen haben am 1. März 1971 ihren Betrieb aufgenommen. Vorne rechts ist die Grundschule zu erkennen, dahinter das höhere Gebäude der Realschule Plus. Foto: Christoph Strouvelle

Die Entwicklung Friedel Hagenburger leitete die Hauptschule ab 1992. Unter seiner Führung ist sie zur Regionalen Schule, dem Vorläufer der heutigen Realschule plus, und zur Ganztagsschule geworden, sagt er. Dabei kannte der gebürtige Pfälzer 1971 Thalfang überhaupt nicht und fragte bei der Vereidigung, ob er nicht wieder zurück in die Pfalz könne. Doch schon bei ersten Kontakten mit seinen Kollegen stellte er fest, dass er es gut getroffen hatte, sagt er. „Ich bin froh, dass es mich nach Thalfang verschlagen hat.“

Die Abspaltung der Grundschule Wilfried Kranzdorf hat in seinen 20 Jahren als Rektor der Grundschule nicht nur die Ganztagsschule eingeführt. In diese Zeit ist auch der Bau des neuen Grundschulgebäudes gefallen. Das war notwendig geworden, weil einer Regionalen Schule mehr Fachräume zustanden als einer Hauptschule und die Klassenräume der Grundschule dafür benötigt wurden.

Die Mühen von 60-Stunden-Wochen, die beide Projekte dem Rektor bescherten, hatten sich offenbar gelohnt. Bei der 2005 erfolgten Einweihung des 1,6 Millionen Euro teuren Gebäudes sprach Kranzdorf seinerzeit von einer Schule, die mit viel Licht, Wärme und Atmosphäre das Miteinander fördere.

Die Gegenwart Heute besuchen 163 Jungen und Mädchen die Thalfanger Grundschule, sagt Schulleiterin Nicole Schiffmann. „Die Schule ist komplett zweizügig“, sagt sie. In einem Jahrgang seien es sogar drei Klassen.

Die regionale Schule wurde 2009 zur Erbeskopf Realschule plus und hat heute 215 Schüler, davon etwa ein Drittel aus der VG Hermeskeil und zehn aus der EG Morbach.

Schulleiterin Sabine Becker hätte gerne zusammen mit der Grundschule eine Jubiläumsfeier organisiert. Doch das verbiete sich wegen der derzeitigen Corona-Lage. „Ich denke, dass wir das nachholen, sobald Corona es zulässt“, sagt sie.