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55-Jähriger missbraucht Sohn: Acht Jahre Gefängnis

55-Jähriger missbraucht Sohn: Acht Jahre Gefängnis

Nach neun Verhandlungstagen ist ein Urteil gefallen: Die Große Strafkammer des Trierer Landgerichts verurteilt einen 55-jährigen Mann aus der Nähe von Morbach zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann seinen leiblichen Sohn zwischen 2006 und 2010 290 Mal missbraucht hat.

Morbach/Trier. Der Angeklagte wirkt ruhig, als er den Richterspruch nach neun Verhandlungstagen und 35 Zeugenaussagen entgegennimmt. Der 55-jährige Mann aus der Nähe von Morbach regt sich nur wenig. Die 3. Große Strafkammer des Trierer Landgerichts verurteilt den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann seinen leiblichen Sohn zwischen Januar 2006 und Januar 2010 in 290 Fällen sexuell missbraucht hat. Dabei sei es auch zu Geschlechtsverkehr gekommen. Der Junge war zu der Zeit zwischen zwölf und 16 Jahren alt und wohnte die meiste Zeit im Haushalt des Vaters.

"Wir haben keinen Zweifel an der Richtigkeit der Aussage des Sohnes", begründet der Vorsitzende Richter Armin Hardt das Urteil. Er habe seine Aussagen in sich geschlossen und widerspruchsfrei gemacht. Außerdem sei die Kammer davon überzeugt, dass der Sohn, der auch als Nebenkläger auftrat, seinen Vater nicht zu Unrecht beschuldigt habe. Auch weitere Zeugen hätten ebenfalls von sexuellen Übergriffen des 55-Jährigen auf sie berichtet und die Angaben des Sohnes bestätigt, sagt Hardt. Ein Zeuge habe glaubhaft bekundet, dass er gemeinsam mit dem Sohn missbraucht worden sei.

Der 55-Jährige hatte dagegen bis zum Schluss seine Unschuld beteuert. Mit dem Urteil bleiben die zwei Berufsrichter und zwei Schöffen nur knapp unter dem Strafmaß von neun Jahren, das die Staatsanwältin gefordert hatte. Die Verteidigerin Dorette Albermann-Möllenbeck hatte dagegen auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.