5589 Bürger können ihre Wünsche äußern

5589 Bürger können ihre Wünsche äußern

Bisher konnten sich die Bürger der VG Neumagen-Dhron nur über die vom Land angekündigte Gebietsreform informieren. Ab Anfang kommender Woche dürfen sie per Fragebogen zur Entscheidungshilfe beitragen.

Neumagen-Dhron. Die Bürgerversammlungen in den vier Orten der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron sind Geschichte. Insgesamt haben sich etwa 1100 Leute angehört, war um die VG Neumagen-Dhron eine freiwillige Fusion, die auch eine Aufteilung auf mehrere Kommunen bedeuten kann, ins Auge fasst.

Sie haben erfahren, dass die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang und Schweich die Hand für eine Fusion ausstrecken. Ulf Hangert (Bernkastel-Kues) und Hans Dieter Dellwo (Thalfang) umwerben die Nachbarkommune als Einheit, Berthold Biwer (Schweich) beschränkt sich auf die Ortsgemeinden Trittenheim und Neumagen-Dhron, weil ein Wechsel der gesamten Kommune in seine zum Kreis Trier-Saarburg gehörende VG nach Auskunft des Landes nahezu ausgeschlossen ist.

Vierter möglicher Fusionspartner ist die VG Wittlich-Land. Bürgermeister Christoph Holkenbrink will sich mit diesem Thema erst beschäftigen, wenn ein entsprechender Beschluss des Verbandsgemeinderates Neumagen-Dhron vorliegt.

Wie geht es nun in der VG Neumagen-Dhron weiter? Der Februar steht im Zeichen einer schriftlichen Befragung. Die Bürger können sich dazu äußern, ob sie eine freiwillige Fusion (als Einheit oder in Teilen) wollen und mit welcher der vier Nachbarkommunen ihre Ortsgemeinde fusionieren soll. Sie können aber auch per Kreuz eine freiwillige Fusion ablehnen.

Heute, Feitag, werden die Kartons mit den Fragebögen in die vier Ortsgemeinden gebracht. 2201 nach Neumagen-Dhron, 1875 nach Piesport, 1058 nach Trittenheim und 455 nach Minheim. Macht 5589 Kuverts mit Anschreiben, Fragebogen und weiterem Kuvert für die Rückgabe. Die Fragebögen haben unterschiedliche Farben. In Neumagen-Dhron sind sie blau, in Piesport gelb, in Trittenheim orange, in Minheim grün. Damit sollen die Ergebnisse jedem Ort eindeutig zuzuordnen sein.

In den Gemeindebüros in Piesport und Trittenheim sowie im Verwaltungsgebäude in Neumagen-Dhron werden Wahlurnen aufgestellt. In Minheim können die Bürger ihren Bogen beim Ortsbürgermeister einwerfen. "Es wird noch darüber nachgedacht, im Lebensmittelgeschäft eine Urne aufzustellen", sagt Christiane Horsch, Bürgermeisterin der VG Neumagen-Dhron.

Horsch glaubt an eine große Beteiligung. Sie hofft auf 70 Prozent. "Das wäre mehr als bei der Bundestagswahl", sagt sie. Ausgewertet werden die Bögen am 2. März. Das Ergebnis werde dann umgehend bekannt gegeben, kündigt Horsch an. Bindend ist die Bürgermeinung allerdings nicht. Es wird lediglich von einer "Entscheidungshilfe" gesprochen. Im Anschluss werden sich die Ortsgemeinderäte mit dem Votum ihrer Gemeinde beschäftigen und einen Beschluss fassen. Die endgültige Entscheidung, ob und mit wem Verhandlungen über eine freiwillige Fusion aufgenommen werden, trifft der VG-Rat.

Und was passiert, wenn sich die Mehrheit der Abstimmenden gegen eine freiwillige Fusion ausspricht? "Dann muss der VG-Rat die weitere Vorgehensweise besprechen", sagt die Bürgermeisterin. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Offensivdrang dann wieder erlahmt und die VG auf die Zwangsfusion durch das Land wartet.