580 Gläubige unterschreiben für eigenen Pfarrer in Thalfang

580 Gläubige unterschreiben für eigenen Pfarrer in Thalfang

Der Thalfanger Werner Kiefer kämpft weiter für einen eigenen Pfarrer vor Ort. Doch das Bistum weist Vorwürfe zurück, die Gläubigen würden nicht ausreichend betreut und verweist auf die Neuordnung der Pfarreien, die derzeit in der Synode diskutiert wird.

Thalfang. Seit einigen Wochen steht Werner Kiefer sonntags morgens vor den Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Thalfang und sammelt Unterschriften. Sein Ziel: Kiefer will, dass die Pfarrerstelle in Thalfang wieder besetzt wird. Denn der eingesetzte Pfarrer Knut Lehnert ist seit Februar 2015 erkrankt. Wo er sich aufhält und wie lange er den Gläubigen noch fehlen wird, ist unklar (der TV berichtete).Brief vom Weihbischof


Dechant Georg Moritz aus Bernkastel-Kues hat zwar eine Vertretungslösung organisiert, doch das reicht Kiefer nicht: "Wir brauchen einen festen Ansprechpartner für die Seelsorge", argumentiert er. Am Sonntag haben in Berglicht 35 Gläubige sein Ansinnen unterschrieben, sagt er. Insgesamt hat Kiefer bisher 580 Unterschriften gesammelt, hinzu kommen noch die Unterschriften auf den derzeit ausliegenden Listen in den Thalfanger Geschäften. Bis 20. Mai will er mindestens 1000 Unterschriften sammeln und dem Bischof persönlich übergeben.

Weihbischof Helmut Dieser hat sich in einem Schreiben an Kiefer gewandt und ihm darin die anstehenden Veränderungen im Bistum erläutert, die sich voraussichtlich aus den Beratungen der derzeit laufenden Synode ergeben werden. Dabei sollen vergrößerte pastorale Räume als Pfarreien errichtet werden, die netzwerkartig organisiert sind. "Den Pastor vor Ort, wie Sie ihn beschreiben, wird es wohl bald in der bisherigen Form nicht mehr geben", schreibt der Weihbischof an Kiefer und verweist auf die rückläufige Anzahl der Priester. Zudem hätten die Geistlichen jetzt auch schon an vielen Stellen "vor Ort" keine vitale Gemeinde mehr, mit denen sie kirchliches Leben gestalten könnten.

Weihbischof Dieser widerspricht Kiefer, dass Dechant Georg Moritz sowie Kooperator Pfarrer Bernhard Schork und Gemeindereferentin Eva Maria Fortuin, die sich die Vertretung des erkrankten Lehnert aufteilen, keinen vollwertigen seelsorgerischen Dienst verrichteten. "Aus meinen eigenen Eindrücken weiß ich, dass die Genannten sehr viel Zustimmung bei den Gläubigen erfahren", schreibt er an Kiefer. Zugleich tritt er der Einschätzung entgegen, dass "die Verantwortlichen des Bistums sich in der Sache nicht ausreichend engagierten", schreibt er.
Der Weihbischof plant einen Besuch im Rat der Pfarreiengemeinschaft Thalfang in der zweiten Maihälfte, "bei dem alle Fragen und Anliegen zur Situation in der Pfarreiengemeinschaft aus Sicht der Ratsmitglieder Raum haben werden".

Bischof Stephan Ackermann lehnt laut Weihbischof Dieser einen Termin zur persönlichen Übergabe der Unterschriften ab und bittet Kiefer, dass dieser die Unterschriften dem Bischof per Post zukommen lassen möchte. Was Kiefer kritisiert: "Es wäre respektvoller gegenüber der Sache, den Mitchristen und den Menschen, die das Ansinnen unterschrieben haben, wenn der Bischof die Unterschriften persönlich entgegennehmen würde", sagt er. Und wie stehen die kirchlichen Gremien in der Pfarreiengemeinschaft zu Kiefers Anliegen? "Wir stehen in Dialog mit dem Bistum" ist das einzige, was Anne Molter, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Thalfang, zu Kiefers Unterschriftensammlung sagen will. Günter Steinmetz, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Berglicht, kann kein Meinungsbild seines Gremiums abgeben, weil sich dieses damit noch nicht explizit befasst habe. "Jetzt im Moment sind wir gut versorgt", sagt er mit Bezug auf die derzeitige Vertretungslösung.