60 Deutsche im französischen Munitionslager

Mehr als drei Jahrzehnte - von 1951 bis 1984 - arbeitete Hermann Tresch für das französische Munitionslager in Morbach. Der Zeitzeuge erinnert sich.

Zwei Zeitzeugen auf Spurensuche. Hermann Tresch (links) hat viele Jahre im französischen Munitionslager in Morbach als Wachmann gearbeitet, Antony Serge war dort Soldat. Hier stehen sie auf dem einstigen Appell-Platz. TV-Foto: Ursula Schmieder

Morbach. (urs) Rückblick: 1. Oktober 1951 - an diesem Tag wurde das an der Straße nach Kempfeld etwa zwei Kilometer vom Morbacher Zentrum entfernt gelegene neu erbaute Munitionslager von der französischen Armee in Betrieb genommen. Etwa 60 deutsche Arbeiter fanden hier eine neue Arbeitsstelle. Davon waren 33 Wachleute. Angestellte, Kraftfahrer, Schreiner, zwei Frauen als Küchenhilfen und "Muni-Arbeiter", die in dem Lager arbeiteten, stellten die anderen 30 Stellen.

Die Wache war in drei Gruppen mit je einem Wachhabenden und zehn Wachleuten aufgeteilt. Dem Wachhabenden oblag die Kontrolle der Posten. Er sorgte dafür, dass die Wachvorschriften eingehalten und die Waffen gepflegt wurden. Etwa drei Jahre war ich Wachhabender einer Gruppe, als ich nach Irmenach als Lagerleiter des dortigen Verpflegungsdepots versetzt wurde. Die französische Gendarmerie in Traben-Trarbach war mein direkter Vorgesetzter. Mit der Gendarmerie, die zu Kontrollen kam, hatten wir immer ein freundschaftliches Verhältnis. Öfter brachten sie uns Wildbret mit. Nach etwa zweieinhalb Jahren wurde das Depot aufgelöst. Dann wurde ich wieder nach Morbach als Wachhabender zurückversetzt.

Als die Ost-West-Krise immer schwieriger wurde, gab es öfter Alarmbereitschaft. Bei Alarm wurden Doppelposten, ein Wachmann und ein französischer Soldat, gestellt. Auch hier gab es nie Schwierigkeiten. Zwischen dem französischen Kommandanten in Morbach und den Soldaten bestand ein schönes Verhältnis. Bei vielen Feiern von französischer Seite wurden wir immer eingeladen und mit dem Auto zu Hause abgeholt und zurückgebracht.

1983 erkrankte ich schwer infolge meiner Kriegsverletzung und wurde am 31. September 1984 Rentner. Gerne denke ich an die Zeit zurück mit dem Bewusstsein, dass die deutschen Arbeiter bei den Alliierten viel zum Völker verständnis beigetragen haben.