60 Hektar mit Kreiselanschluss

Der Plan ist ambitioniert: Auf einem 60 Hektar großen Gelände sollen in ein paar Jahren die ersten Gewerbetriebe stehen. Profitieren, auch finanziell, könnten davon alle 22 Orte der VG Bernkastel-Kues. Erst steht aber die naturschutzfachliche Untersuchung an.

Monzelfeld/Longkamp. Die Nähe zu wichtigen Verkehrswegen war schon immer ein gutes Argument für die Ansiedelung von Gewerbetrieben. Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues möchte das nutzen. An der L 158 zwischen Monzelfeld und dem Blockhaus soll ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen.
Möglichst alle 22 Orte der VG sollen mit im Boot sein und einen Zweckverband gründen. Der soll Grundstücke kaufen, sie voll erschlossen weiter veräußern und später auch gemeinsam in den Genuss der Gewerbesteuer kommen.
Der große Vorteil,so Leo Wächter (CDU), hauptamtlicher Beigeordneter der VG, in der Sitzung des Verbandsgemeinderates: Langwierige Verkaufsverhandlungen werde es nicht geben. Denn die in Aussicht gestellten 60 Hektar verteilen sich auf nur zwei Eigentümer: die Orte Monzelfeld (41 Hektar) und Longkamp (19 Hektar). "Beide Gemeinderäte stehen dahinter", berichten die Ortsbürgermeister, Lothar Josten (Monzelfeld) und Franz-Josef Klingels (Longkamp).
Bevor konkret über Zahlen, wie Verkaufspreise und Erschließungskosten, geredet wird, tritt erst einmal ein Gutachter auf den Plan. Auf dem Gelände, auf dem bisher vor allem Sträucher und Fichten wachsen, steht die naturschutzfachliche Untersuchung an. "Es ist gut, dass das früh gemacht wird", lobt Johannes Schneider (ÖDP).
Sollte es keine Vorbehalte geben, geht es an die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Alle Räte werden mehrfach damit befasst sein, erläutert Leo Wächter. "Es wird mindestens zweieinhalb bis drei Jahre dauern bis gebaut werden kann", umreißt der Beigeordnete den Zeitrahmen. Das Gelände soll je nach Nachfrage sukzessive erworben und bebaut werden. Die VG komme dann aber in die Lage, schnell auf Anfragen reagieren zu können. "Das Problem ist nicht, dass es keine Flächen gibt, sondern dass sie zu klein sind", erläutert Wächter. Das habe schon zu Abwanderungen von Betrieben geführt. Nun bestehe die Chance, auch Platz für größere Betriebe anbieten zu können.
Alle Orte der VG sollen profitieren. Für Monzelfeld sieht Lothar Josten eine besondere Attraktivitätssteigerung, weil quasi vor der Haustür Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen könnten. Das werde auch der Infrastruktur mit saniertem Kindergarten, Grundschule und Neubaugebiet dienen. Ähnlich dürfte es in Longkamp sein. Franz-Josef Klingels nennt einen weiteren Grund. "Das Gewerbegebiet stört weder Longkamp und Monzelfeld noch Kommen und Gonzerath."
Apropos Gonzerath: Dort soll ebenfalls ein neues Gewerbegebiet entstehen (der TV berichtete). Das Gelände ist etwa zwölf Hektar groß. Leo Wächter, Lothar Josten und Franz-Josef Klingels gehen davon aus, dass es keine Konkurrenz gibt. Beide Gebiete würden eher voneinander profitieren.
Im VG-Rat Bernkastel-Kues besteht Einmütigkeit über die eigenen Pläne. "Das Gelände bietet ideale Voraussetzungen", sagt Reinhard Grasnick (SPD) und spricht von "guten Chancen für folgende Generationen".