600 000 Euro dank Gewerbepark

Seit fünf Jahren ist der Zweckverband Gewerbepark Hunsrück-Mosel, kurz HuMos, schuldenfrei. Für die Mitglieder sind das gute Nachrichten. Sie bekommen 600 000 Euro an Erlösen ausgeschüttet. Im Industriepark Region Trier in Föhren müssen die Mitglieder dagegen eine Verbandsumlage von etwa 250 000 Euro im Jahr zahlen.

Morbach. 600 000 Euro - auf diese Summe können sich die Mitglieder des Zwecksverbands Gewerbepark Hunsrück-Mosel (HuMos) freuen. Erneut erhalten sie Geld vom Verband, nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Überschuss von 800 000 Euro aus Einnahmen der Gewerbe- und Grundsteuer ausgeschüttet wurde.
Von den 600 000 Euro entfallen 397 000 Euro auf die Gemeinde Morbach; den Rest teilen sich der Landkreis Bernkastel-Wittlich (knapp 84 000 Euro), die Verbandsgemeinde (VG) Bernkastel-Kues (63 000 Euro) und die VG Thalfang (56 000 Euro). Das Geld fließt in den einzelnen Kommunen in den allgemeinen Haushalt. Wofür es verwendet werden soll, steht noch nicht fest. Sicher ist für Hans-Dieter Dellwo, Bürgermeister der VG Thalfang aber: "Der interkommunale Gewerbepark ist eine Erfolgsgeschichte für den Hunsrück." Er sei gut für die Menschen in der Region.
Auch die weiteren Botschaften des Verbandsvorstehers Andreas Hackethal stimmen die vier Mitglieder froh: Der Zweckverband ist seit fünf Jahren schuldenfrei, alle Investitionen werden ohne Kredite geschultert. Deshalb werde weiterhin keine VG-Umlage erhoben, sagte Hackethal. Kein Wunder also, dass der Haushalt einstimmig beschlossen wurde.
Damit steht der Verband im Kreis Bernkastel-Wittlich gut da. Ohne Geld der Mitglieder geht es dagegen beim 1993 gegründeten Zweckverband Industriepark Region Trier noch nicht. 2012 müssen die Kreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, die VG Schweich und Wittlich-Land sowie die Stadt Trier und die Ortsgemeinden Föhren, Hetzerath und Bekond 250 000 Euro an Umlage zahlen. Sie sei aber schon deutlich gesunken, sagt Geschäftsführer Reinhard Müller. 2005 hat sie noch bei 700 000 Euro gelegen. Auf der etwa 110 Hektar großen Fläche bieten derzeit 120 Unternehmen 2200 Arbeitsplätze. 30 Prozent des Gebiets seien noch frei, sagt Müller. Erst wenn die komplette Fläche verkauft ist, rechnet er mit Überschüssen.
Im 95 Hektar großen Gewerbepark HuMos sind laut Hackethal dagegen bis auf sieben Hektar alle Flächen verkauft. Das sei ein großer Vorteil. In den ersten Jahren hätten die Zwecksverbandsmitglieder aber auch eine hohe Summe in den Park stecken müssen.
In diesem Jahr hat der Zweckverband 350 000 in einen Hochbehälter für 800 Kubikmeter Löschwasser gesteckt. Damit sei der Behälter komplett finanziert, sagt Geschäftsführer Matthias Schabbach. Drei Millionen Euro kostet das Großprojekt insgesamt, das wegen neuer Brandschutzauflagen notwendig ist. Schabbach geht davon aus, dass er im ersten Halbjahr 2013 eingeweiht werden kann. Ursprünglich sollte er bereits in diesem Jahr fertig werden, doch die beauftragte Firma musste kurz vor Abschluss Insolvenz anmelden. "Wir sind uns aber mit einer Nachfolgefirma einig geworden."
Hinzu kommt eine Investition von 200 000 Euro für den Grundstückserwerb im zweiten Teilgebiet des Gewerbeparks. Dort soll zusätzliches Bauland erschlossen werden. Investiert wird auch von Seiten der ansässigen Betriebe. Die Firma Papier Mettler plant laut Schabbach ein neues Hochregallager. Derzeit betreibt das Unternehmen dort eine Betriebsstätte sowie eine Recyclinganlage für gebrauchte Kunststoffe und ein Werk zur Herstellung und Verarbeitung von flexiblen Verpackungen. Insgesamt will Papier Mettler nach Angaben des Zweckverbands die Zahl seiner Arbeitsplätze im Gewerbepark von 386 auf 500 bis 800 erhöhen.Extra

Der Zweckverband Gewerbepark Hunsrück-Mosel wurde am 1. Oktober 1995 gegründet, um die gewerbliche und industrielle Entwicklung der Region zu fördern, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Beteiligt sind der Landkreis Bernkastel-Wittlich, die Verbandsgemeinden Thalfang am Erbeskopf und Bernkastel-Kues sowie die Gemeinde Morbach. Der Landkreis wird seine Mitgliedschaft wie bereits 2011 beschlossen jedoch zum Jahresende niederlegen. Der Gewerbepark liegt in den Gemarkungen Morbach und Gutenthal und umfasst drei Teilgebiete mit einer Gesamtfläche von 95 Hektar. Der Park ist damit mehr als doppelt so groß wie der Vatikanstaat. Sieben Unternehmen, darunter die Firma Papier Mettler als größter Betrieb, haben sich dort angesiedelt. Derzeit gibt es 470 Arbeitsplätze. hsc