600 Tonnen Asbest-Müll wegen Hagelschäden

Sehlem · Eine große Menge asbesthaltiger Müll muss derzeit auf der Deponie in Sehlem entsorgt werden. Nicht immer bleiben die Abfallsäcke unbeschädigt.

Dieses Bild hat ein Leser auf der Deponie in Sehlem aufgenommen. Im Vordergrund sind Säcke zu sehen, die mit asbesthaltigem Müll gefüllt sind. Foto: privat

Sehlem. Der Hagel, der im August in vielen Orten an der Mosel große Schäden angerichtet hat, bringt Folgen mit sich, die auch auf der Deponie in Sehlem zu spüren sind. Normalerweise fallen dort jedes Jahr etwa 1500 Tonnen Asbestmüll aus der Sanierung von Dächern an.
In diesem Jahr wurden nach Informationen des Kreises Bernkastel-Wittlich, dem Betreiber der Deponie, innerhalb von vier Wochen etwa 600 Tonnen asbest haltige Dacheindeckungen angeliefert. Eine Menge, die Besucher auf der Deponie durchaus beunruhigen kann - vor allem, wenn kaputte Säcke mit Asbest abfall zu sehen sind, die zusammen mit anderen Baumaterialien gelagert werden. Eine Beobachtung, auf die ein Leser den TV aufmerksam gemacht hat.
Nach Auskunft des Abfallwirtschaftsbetriebs der Kreisverwaltung gibt es aber keinen Grund zur Beunruhigung. Er erklärt das Prozedere: Verpackt werden müssen die Abfälle in sogenannte Big Bags: staubdichte Kunststoffgewebesäcke. Denn gefährlich ist Asbest, wenn seine Fasern freigesetzt und eingeatmet werden. Auf der Deponie werden die Säcke per Hublader weitertransportiert. Im dafür vorgesehenen Deponieabschnitt müssen sie möglichst bald mit mineralischem Bodenmaterial wie Sand oder Boden zugeschüttet werden, damit kein Asbest an die Luft gelangen kann.
Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass beschädigte Big Bags angeliefert werden oder dass sie beim Verladen oder Transport einreißen. "In Einzelfällen werden auch insbesondere durch private Anlieferungen aufgrund Unwissenheit asbesthaltiges Dachmaterial vollständig unverpackt als loses Schüttgut angeliefert", heißt es aus der Kreisverwaltung.
Gesonderte Behandlung


Dieser Abfall werde gesondert behandelt und so bald wie möglich mit Material abgedeckt. Nach Auskunft der Kreisverwaltung geht "von auf dem Schüttfeld frei stehenden zwischengelagerten und geschlossenen Big Bags grundsätzlich keine Umweltgefährdung aus".
Zu dem Foto, das uns ein Leser geschickt hat, teilt die Behörde mit: "Auf dem Bild sind in der Mitte rechts graue, lose geschüttete Welldachplatten zu erkennen. Optisch sehen diese Platten auf den ersten Blick aus wie asbest haltige baugleiche Platten. Tatsächlich handelt es sich hier jedoch um unbelastetes neues Dachmaterial aus der Sanierung eines relativ jungen Gewerbeobjektes, dessen Dacheindeckung durch das Unwetter im Moseltal vollständig geschädigt wurde. Dieses beziehungsweise vergleichbares Material kann lose und unverpackt angeliefert werden und wird aus betrieblichen Gründen im abgelichteten Einbaubereich gemeinsam mit den asbesthaltigen Abfällen eingebaut. Der Abfallerzeuger hat die Unbedenklichkeit des Materials im Vorfeld durch entsprechende Nachweise belegt." uq