65. Trachtentreffen in Kröv mit vielen Gruppen

Folklore : Laue Nacht auf schwimmender Bühne

Zum 65. Trachtentreffen kommen unter anderem Folkloregruppen aus Ägypten und Peru nach Kröv. 300 ehrenamtliche Helfer werden am Wochenende im Einsatz sein. Die Tanz-Gala am Samstagabend ist der Höhepunkt.

In der Woche vor dem Kröver Trachtentreffen träumt Pia Leister-Dauns nachts oft von der Veranstaltung. „Nach dem Aufstehen schreibe ich mir dann auf, woran ich noch denken muss“, erzählt die Leiterin der Touristinformation. Keine Sorgen muss sie sich in diesem Jahr um das Wetter machen. Das war im vergangenen Jahr anders. Da waren die Aussichten schlecht. Und die Realität sah nicht besser aus.

Während der mehrstündigen Folklore-Gala auf der schwimmenden Moselbühne, dem Höhepunkt des Festes, regnete es. Trotzdem verlegten die Organisatoren die Tanz- und Musikveranstaltung nicht in die angrenzende Nacktarschhalle. Trotz der Widrigkeiten sollte das besondere Flair beibehalten werden. „Alle Achtung, dass alle Akteure bei diesem Wetter auf die Bühne gingen“, sagt Pia Leister-Dauns. Sie ist seit 1994 bei der Touristinformation. 2017 erlebte sie das erste Fest mit richtig großer Regenbegleitung bei der Hauptveranstaltung. Entsprechend geringer fiel die Besucherresonanz aus.

In diesem Jahr ist nach den Wettervorhersagen mit einer lauen Sommernacht zu rechnen. Wenn zu später Stunde die Kerzen auf der Mosel und die bengalischen Feuer am gegenüberliegenden Ufer brennen, entsteht ein Bild, dass die Akteure und die Zuschauer lange in Erinnerung behalten dürften.

Das Trachtentreffen findet zum 65. Mal statt. Das Markenzeichen waren und sind die Folkloregruppen aus dem Ausland. Dadurch werde die Völkerverbindung und Völkerverständigung gelebt, sagt Dauns. Dieser Gedanken gewinne angesichts der Lage in der Welt auch an Bedeutung.

Viele Länder waren bereits mit Gruppen vertreten. Doch am kommenden Wochenende gibt es eine Premiere. 18 Ägypter, Mitglieder der Art Aprreciation Group, werden heute, Donnerstag, in Kröv erwartet. Sie werden am Samstagabend ab 20.30 Uhr bei der Gala auf der schwimmenden Moselbühne auftreten und am Sonntagnachmittag beim Festzug (Beginn 14.30 Uhr) vertreten sein. In dem Bus, der sie vom Frankfurter Flughafen abholt, sollen auch 26 Peruaner sitzen, die ebenfalls zu Gast an der Mosel sind.

Die Flüge werden, so Leister-Dauns, von den Gruppen selbst bezahlt. Als Repräsentanten des jeweiligen Staates könnten sie aber mit Zuschüssen oder einer Übernahme dieser Kosten rechnen. Die Ortsgemeinde trägt die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und, so Leister-Dauns, ein kleines Fahrtgeld. Untergebracht sind die Gruppen größtenteils in der Grundschule und in der Turnhalle. Verpflegt werden sie in der Mittelmoselhalle.

Der Kontakt zu der ägyptischen Gruppe kam durch den gebürtigen Kröver Mathias Müllen zustande. Er hat die Gruppe bereits einmal gesehen und war begeistert. Müllen moderiert gemeinsam mit Kristina Klein die Gala auf der schwimmenden Moselbühne (siehe Extra).

Kröv zählt etwa 2500 Einwohner. Etwa 300 von ihnen sind am Wochenende ehrenamtlich tätig. „Allein am Samstagabend werden es etwa 150 sein“, berichtet die Organisatorin. Einzelne Arbeiten werden an die Vereine delegiert. Im Festausschuss ist jeweils ein Mitglied für einen Verein zuständig.

Es werde auch in diesem Bereich schwieriger, Leute zu finden. „Wir sind aber froh, dass es noch so gut klappt“, sagt Leister-Dauns und fügt an: „Ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre ein solches Fest nicht machbar.“

Auch von anderen Seiten aus dem Ort komme Unterstützung – zum Beispiel in Form von Einladungen. So hat ein Hotel die Gruppen aus Ägypten und Peru für Freitagmorgen zum Frühstück eingeladen.

„Das Fest ist immer noch eine Besonderheit. Es trägt sich, es schreibt keine roten Zahlen“, sagt Ortsbürgermeister Günter Müllers. Und es gebe auch immer noch genügend Helfer. „Letzte Woche Mittwoch waren 20 Leute mit Spaß beim Aufbau dabei.“

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