820-mal Blut entnommen

Salmtal · Die Hilfsaktion für Hermann Mehn gestern Mittag in Salmtal stieß auf eine überwältigende Resonanz. Schon in der ersten Stunde der Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Mann waren 200 Menschen da. Ob ein passender Spender für den Vater dreier Kinder gefunden wurde, wird sich frühestens Ende dieser Woche sagen lassen.

 Auch Simone Scherer aus Gusenburg lässt sich von Christel Kranz Blut abnehmen. TV-Foto: Christina Bents

Auch Simone Scherer aus Gusenburg lässt sich von Christel Kranz Blut abnehmen. TV-Foto: Christina Bents

Salmtal. Die Schlange in der Mensa der Integrierten Gesamtschule Salmtal ist lang. Die Menschen stehen an, um Hermann Mehn zu helfen. An sechs Tischen sind Krankenpfleger, Schwestern und Rettungssanitäter damit beschäftigt, den Besuchern Blut abzunehmen. Es wird untersucht, um festzustellen, ob ein genetischer Zwilling für Hermann Mehn darunter ist. Wenn eine große genetische Übereinstimmung gegeben ist, käme im nächsten Schritt eine Stammzellenspende. Durch die weitgehend übereinstimmenden Stammzellen würde Hermann Mehn ein neues, blutbildendes System erhalten.
820 Menschen waren zur Blutentnahme gekommen. Viele aus den umliegenden Orten, aber auch etliche aus der Region. Besonders die Feuerwehren waren stark vertreten. Einige Feuerwehrmänner hatten eine Anreise von 150 Kilometern. Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan Morsch-Stiftung, sagt: "In der Feuerwehr hier in der Region scheint ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl zu sein, dass sich so viele für ihren Kameraden einsetzen."
Corinna Nilles ist in der Feuerwehr Großlittgen. Sie sagt: "Ich hatte schon länger vor, mich typisieren zu lassen. Jetzt mache ich es." Simone Scherer hat durch ihren Lebensgefährten, der Hermann Mehn kennt, von der Aktion gehört. Für sie ist es selbstverständlich, sich testen zu lassen.
Ute Mehn, die Frau des an Leukämie erkrankten Salmtalers, sagt: "Es ist schön, dass so eine Bereitschaft da ist, meinem Mann und vielleicht auch anderen zu helfen."
Mit dabei waren neben den acht Personen von der Stefan-Morsch-Stiftung auch 50 Helfer von der Feuerwehr, dem Sportverein Dörbach, dem Salmtaler Verein "Wir wollen helfen" und Einzelpersonen, die mit Kuchenspenden oder ihren beruflichen Kenntnissen aus dem Gesundheitsbereich unterstützt haben.
Generell ist die Bereitschaft zu helfen in der Region groß, wie Emil Morsch berichtet: "Wir haben jeden Monat ein bis zwei passende Spender aus der Region. Im Kreis Bernkastel-Wittlich sind es pro Jahr durchschnittlich 2000 bis 3000 Typisierungen."
Ob für Hermann Mehn ein genetischer Zwilling gefunden wurde, ist frühestens Ende der Woche klar, wenn die Blutproben untersucht worden sind. chb