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Ab Dienstag steht Mülheim wieder ganz im Zeichen des dreitägigen Mülheimer Marktes.

Fest : Ein ganz besonderes Fest

Ab Dienstag steht Mülheim wieder ganz im Zeichen des dreitägigen Mülheimer Marktes. Die Wagenbauer für den Festzug am Mittwoch sind schon seit Wochen aktiv.

Bei den aktuellen Temperaturen fällt jeder Handschlag schwer. Doch die Mülheimer lassen sich davon nicht ausbremsen. Seit Wochen wird für den Mülheimer Markt geschuftet, das Fest der Gemeinde, in der schon 1555 gehandelt und Gericht gehalten wurde. Von der ehrwürdigen Tradition zeugt der außergewöhnliche Termin mitten in der Woche. Er beschäftigt die „Marktmacher“, die Festgemeinschaft aus Spielmannszug, Sportverein, Freiwilliger Feuerwehr und Tennis-Club, wie die Wagenbauer. Denn einer der Höhepunkte ist der große Festzug am Mittwochnachmittag.

Gestemmt wird er von Bürgern, die teils seit Jahrzehnten dabei sind. So wie die „Damen vom Zuch“, Rosi Meyer und Brigitte Schneider. Sie kümmern sich zeitig darum, „dass die Leute beikommen“ und dass es ein Zug-Motto gibt. Das Motto für 2018 heißt  „Musik liegt in der Luft“.  Es ist eine Idee der Rock-n-Roller des Frühschoppen-Clubs. Weitere Wagen bauen die „Big Band“ des Gewerbevereins und die Countrymusik-Gymnastikgruppe.

Die Gruppe um die Zuch-Damen schmückt die Willkommens-Fahrräder der vorausfahrenden Kinder. Und Schneiderin Schneider näht wie seit Jahren Kostüme, dieses Mal für „Land des Lächelns“. Kostproben der Operette geben die Teilnehmer aber noch nicht zum Besten. Sie wollten ihre Zuschauer ja nicht verärgern, erklärt Norbert Schneider.

Zur Motivation der Wagenbauer trägt auch die Gemeinde bei. So fährt Ortsbürgermeister Friedhelm Leimbrock, begleitet von den Damen vom Zuch, am Sonntag vor dem Markt bei den Gruppen mit  Steaks, Brötchen und Getränken vor. Die  Geste freut nicht nur Heike Lamberty, die mit Ehemann Eckhard und Freunden seit mehr als 25 Jahren Wagen baut: „Aus Spaß an der Freud und Verbundenheit mit dem Dorf“, sagt sie.  Das Motiv „Heavy Metal“ und „Backen für Wacken“ regte Sohn Jens (33) an, der schon mit sechs Monaten beim Zug mitfuhr, per Wägelchen in einem Korb.

Von klein auf dabei waren auch die Wagenbauer um Marco Parade. Für die um die 30-Jährigen zählen die Gemeinschaft und der Spaß, zu dem sie selbst mit Neuer Deutscher Welle beitragen. In der Gruppe um Wolfgang Thiel werden kreative Details in der „dritten Halbzeit“ ausgetüftelt, in den Baupausen bei einem Glas Wein. Die Trommeln, mit denen sie sich am Mittwoch, begleitet von der tags zuvor verabschiedeten Sonnenlay Hannah auf den Weg machen, sind selbstgebaut. Auch Thiel schätzt vor allem die Geselligkeit, aber auch den Idealismus und das Wiedersehen mit ehemaligen Mülheimern. Wichtig sei zudem schon ewig im Weingut von Andreas Bottler, der selbst unter anderem beim Zeltaufbau mit anpackt, bauen zu dürfen.