Ab Frühjahr wird die Straße saniert

Ab Frühjahr wird die Straße saniert

Das Ende Holperpiste durch Bombogen ist in Sicht - und auf die Verkehrsteilnehmer und Anwohner warten dann zwei stressige Jahre.

Wittlich-Bombogen Die einen nennen sie Stoßdämpfer-Teststrecke, die anderen witzeln, dass Schlaglöcher erst ab einem Meter Tiefe explizit angekündigt werden - und alle sind sich seit Jahren einig: Da muss sich etwas ändern. Die Rede ist von der Landesstraße 55 in der Ortsdurchfahrt Bombogen. Zwischen 5000 und 6000 Fahrzeuge - darunter viele LKW - quälen sich Tag für Tag durch den Ort, rumpeln über die völlig marode Straße, zum Leidwesen der Anwohner.
Wie schlecht es um die Durchgangsstraße bestellt ist, zeigt die Tatsache, dass seit dem Frühjahr für alle Verkehrsteilnehmer Tempo 30 gilt, zuvor war es nur für LKW ab 7,5 Tonnen. "Keine Straße rund um Wittlich ist in einem so miserablen Zustand wie unsere Ortsdurchfahrt", sagt Hermann-Josef Krämer, Ortsvorsteher von Bombogen: "Den Leuten fallen teilweise die Teller und Kaffeetassen aus dem Schrank, wenn LKW durchfahren."
Doch die Bombogener können bald aufatmen. Zunächst wird es für bis zu zwei Jahre deutlich weniger Verkehr im Ort geben, dann wird die L 55 in neuem Glanz erstrahlen, und alle Anwohner zudem neue Anschlüsse haben. "Wir sind so froh, dass es mit der Generalsanierung endlich losgeht. Da warten wir schon lange drauf", spricht Krämer den Anwohnern aus der Seele.
Auf die wartet ab Frühjahr 2018 aber erst einmal eine 800 Meter lange Großbaustelle mitten durch den zweitgrößten Wittlicher Stadtteil in einem gemeinsamen Projekt von Landesbetrieb Mobilität (LBM) und Stadtwerken Wittlich. Denn die Werke - sowie parallel dann auch andere Unternehmen wie die Telekom - werden alle Ver- und Entsorgungsleitungen (Wasser, Abwasser, Telefon, Internet) erneuern, wenn die Bagger einmal anrollen. "Da wird es einen großen Abstimmungsbedarf geben", sagt Lothar Schaefer, Leiter der Wittlicher Stadtwerke: "Aber es macht Sinn, das alles zusammen zu erledigen."
LBM und Stadtwerke werden bis Dezember eine gemeinsame Ausschreibung formulieren. "Ziel ist, dieses Großprojekt an ein Unternehmen zu vergeben", sagt Winfried Schmitt vom LBM in Trier. Der betont übrigens, dass man das Thema Bombogen schon früher habe angehen wollen, aber dem standen noch das Baurecht und Grundstücksangelegenheiten von Anwohnern im Weg. "Das ist aber jetzt alles geklärt", sagt Ortsvorsteher Krämer. Der wird im Winter zu einer Einwohnerversammlung einladen und die Details der Baumaßnahme erläutern, speziell, wie die Anwohner während der Bauzeit an ihre Häuser kommen.
Derzeit gehen alle Beteiligten von drei Bauabschnitten aus. Weil die Versorgungsleitungen, die noch aus den 1960er stammen, wohl ziemlich verzweigt unter der Straße liegen, muss die Durchfahrt erheblich eingeschränkt werden, phasenweise wird die Straße voll gesperrt werden müssen. Der Schwerverkehr wird für bis zu zwei Jahre nicht durch Bombogen fahren können. "Da wird es weiträumige Umleitungen geben", heißt es von LBM und Stadtwerken. Die LKW würden über Neuerburg umgeleitet werden. "Details werden wir rechtzeitig bekanntgeben."
Autos sollen durch Bombogen umgeleitet werden "Das ist nicht einfach, weil es keine parallel verlaufende Straße gibt, daher wird es zu mehr Verkehr in Wohngebieten kommen", blickt Schaefer voraus. Krämer hat indes die große Hoffnung, dass auch nach Ende der Baumaßnahmen Tempo 30 bestehen bleibt: "An der Straße liegen die Grundschule, der Kindergarten und der Jugendraum. Da macht das Tempolimit weiter absolut Sinn." Mit dem bisherigen Verhakten der Verkehrsteilnehmer ist Krämer indes zufrieden: "Die meisten halten sich an Tempo 30."Extra: UMFAHRUNG BOMBOGEN


Nichts Neues in Sachen Umfahrung Bombogen: Eigentlich war einmal geplant worden, die Ortsdurchfahrt Bombogen dann generalzusanieren, wenn die Verbindungsspange zum Industriegebiet Wengerohr fertig ist. Diese soll als Umfahrung Bombogens dienen und den Verkehr aus dem Alftal und der Mosel Richtung Wittlich zur B50 neu führen, was zu einer erheblichen Entlastung von Bombogen führen soll. Dieses Projekt wird seit über zehn Jahren diskutiert. Aber derzeit stocken nach TV-Informationen die Planungen.

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