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Ab Herbst von der Eifel bis nach Platten

Ab Herbst von der Eifel bis nach Platten

Auch wenn im Internet abweichende Einträge zu finden sind: Erst im Herbst wird es möglich sein, von der Eifelautobahn A 60 über die B 50 neu bis nach Platten durchzufahren.

Wittlich. Ganz so schnell wie in einer Online-Enzyklopädie zu lesen wird die Verbindung zwischen der A 60 am Autobahnkreuz Wittlich und dem Plattener Kreisel nun doch nicht fertig. TV-Leser Adalbert Meier aus Herforst entdeckte einen Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia, in dem unter der Überschrift Bundesautobahn 60 - Lückenschluss Hunsrück-Strecke Ende 2013 als Zeitfenster für den Lückenschluss Richtung Wengerohr/Platten genannt ist. Dieser Lückenschluss ist ein Baustein eines umfassenden Ausbaus der B 50, die Eifel und Hunsrück verbinden soll. Insgesamt werden dabei bis zum Jahr 2016 25 Kilometer Straßenfläche gebaut. Die Kosten des Projekts, das auch den Bau des Hochmoselübergangs einschließt, liegen bei 375 Millionen Euro. Freie Fahrt bis Platten wird es tatsächlich erst ab Herbst 2014 geben, wie Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität in Trier auf TV-Nachfrage erklärt. Die Verkehrsfreigabe könne gegebenenfalls auch schon im Oktober sein. Das komme auf die Baufortschritte der nächsten Wochen und Monate an. Bartnick erinnert daran, dass die Einträge in Wikipedia nicht vom LBM stammen und auch nicht von diesem bearbeitet werden. Hans-Michael Bartnick beantwortet Fragen zum Projekt: Mit wie viel Verkehr ist auf der neuen Strecke zu rechnen?Bartnick: Die Verkehrsprognose für diesen ersten Abschnitt der B50 zwischen dem Autobahnkreuz A1/ A60/ B50n und dem Verteilerkreis bei Platten (1. Abschnitt) liegt in einer Größenordnung von rund 25 000 Autos am Tag und einem recht hohen Schwerverkehrsanteil von rund 24 Prozent im Prognosejahr 2025, also zehn Jahre nach Verkehrsfreigabe und unter der Voraussetzung der Gesamtfertigstellung des Hochmoselübergangs bis Longkamp.Was hat der Abschnitt bis Platten gekostet?Bartnick: Die aktuell genehmigten Bundes-Kosten für die B50n liegen bei rund 81 Millionen Euro. Die Baulänge beträgt insgesamt zirka 5,3 Kilometer. Zwei Drittel dieser Strecke vom Autobahnkreuz bis zur Anschlusstelle L53n (Abzweig Richtung Mülheim) erhalten eine 4-Streifigkeit plus Standstreifen. Die Fortsetzung Richtung Verteilerkreis ist quasi 6-streifig ausgebildet (die beiden Randspuren dienen als Verflechtungsstreifen dem Lückenschluss des Landesstraßennetzes zwischen der Ortsumgehung Wittlich-Wengerohr und der Ortsumgehung Osann-Platten)Was sind die technischen Besonderheiten an dieser Teilstrecke und wie wurde der Naturschutz berücksichtigt?Bartnick: Zum ersten Abschnitt gehören 14 Brückenbauwerke, wovon ein Bauwerk die Grünbrücke über die bestehende A 1 ist. Sie dient der Vernetzung der Gebiete westlich der A 1 mit denen östlich der A 1. Gemeinsam mit der Talbrücke Königsbuche im Zuge der A 60 und dem Bauwerk 1 (Grünbrücke über die B50n) vernetzt sie alle Teilflächen um das Autobahnkreuz A1/ A60/ B50n.Darüber hinaus ist Bauwerk 3 (Stabbogenbrücke der DB-Hauptlinie Koblenz-Trier) markant. Diese sieht farblich wie ein ICE-Bauwerk aus.Die Bauwerke 4 und 5 sind Überführungsbauwerke, die neben der verkehrlichen Querung jeweils auch einen Gewässerlauf überführen. Das ist in unserer Region äußerst selten.Bauwerk 8 ist die Talbrücke Lieser. Sie ist mit einer lichten Weite von rund 220 m recht lang, obwohl die Lieser an sich deutlich schmäler ist. Die Aufweitung erhält sie aber aufgrund der Hochwasserzeiten.Der Verteilerkreis Platten ist siebenarmig. Er bindet nicht nur mit vier Rampen die B50n an das untergeordnete Straßennetz an, sondern gleichzeitig auch die Ortsumgehung Wittlich-Wengerohr im Zuge der L53 sowie das Industriegebiet "Oetker" und die Ortslage Wengerohr. Auch wenn die Grundform (Kreis) gegenüber dem Verteilerkreis Trier (oval) sowie die Auffüllung in der Mitte von dem in Trier abweicht, so haben beide in etwa die gleiche Dimension und Aufgabe.Im ersten Abschnitt der B50n verlegten wir zehn Stahlbetonrohre mit einer jeweiligen Länge gleich Fahrbahnbreite (26 m) für die Amphibien-Querungen.Der Wildschutzzaun begleitet die gesamte Strecke auf beiden Seiten in unterschiedlichster Ausprägung (normal bis Wildkatzenschutz).Wie viel Erdreich wurde bewegt?Bartnick: Im ersten Abschnitt wurden rund 1 700 000 Kubikmeter Erdreich abgetragen, wovon rund 1 000 000 Kubikmeter bis zum Verteilerkreis und rund 700 000 Kubikmeter über den Verteilerkreis hinaus in den zweiten Abschnitt in Richtung Hochmoselbrücke eingebaut wurden.