Abenteurer zeigt in der Baldenau-Halle "Unter der Jaguarsonne"

Morbach · Der Abenteurer und Filmemacher Werner Jondral aus Wittlich hat in 44 Expeditionen sensationelle Kultstätten und die entlegensten Winkel der Erde erforscht und auf rund 30 000 Dias beziehungsweise 19 Filmen festgehalten. Zwei äußerst interessante Filme möchte Werner Jondral am Dienstag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr im Festsaal der Baldenau-Halle zeigen.

Morbach. Da ist zunächst der Film "Unter der Jaguarsonne", für den Jondral im Jahre 1998 vom mexikanischen Präsidenten mit dem Ehrenpreis "Lente de Plata" (der Silbernen Linse) ausgezeichnet wurde. Der Film handelt von der Hochkultur der Maya mit Berichten vom Kupfercanyon und den Tarahumara-Indios. Das Volk der Maya entwickelte im ersten Jahrtausend nach Christus die faszinierendste Regenwaldzivilisation der Erde. Höher und höher wuchsen die maskenverzierten, in strahlenden Farben bemalten Tempel und Pyramiden in Hunderten von Städten bis über die Wipfel der höchsten Urwaldriesen hinaus. In Tikal, der mächtigsten dieser Metropolen, erreichten sie fast siebzig Meter - erst im 19. Jahrhundert wurden sie von den Wolkenkratzern New Yorks und Chicagos überflügelt.
Aber nicht nur als Baumeister leisteten die Maya Einzigartiges, auch als Mathematiker, Astrologen, Bildhauer, Maler und Schriftkünstler waren sie allen Völkern Altamerikas überlegen. Und unvorstellbar ist heute immer noch die Prachtentfaltung, die ihre Gottkönige anlässlich von tage- oder wochenlangen Festen an den Tag legten, wenn sie bemalt und jadegeschmückt zu den Klängen von Hirschhorntrompeten und Schildkrötenpanzertrommeln auf den Spitzen ihrer Pyramiden vor den Augen des Volkes tanzten.
Nach der spanischen Eroberung geriet die glanzvolle Vergangenheit der Maya vollkommen in Vergessenheit. Erst durch die Entdeckungen der Archäologen und die Hinzuziehung von Sprachwissenschaftlern aus aller Welt ist man heute dabei, die Rätsel der erloschenen Kultur zu lösen. Die Schrift der Maya ist inzwischen weitgehend entschlüsselt. Die vom Urwald befreiten Ruinenstädte bilden noch heute ein großes archäologisches Betätigungsfeld.
Der zweite Film spielt in den menschenleeren, von der Zivilisation bis dato noch unberührten Landschaften Nordamerikas. Die Reise über den "South Nahanni", einen legendenumwobenen Fluss des Nord-West-Territoriums in Kanada, war eines der gefährlichsten Abenteuer, die Jondral auf sich nahm. Mysteriöse Ereignisse in der unzugänglichen Wildnis geben diesem Fluss einen düsteren Beigeschmack. Nach dem Goldrausch am Klondike-River im Yukon-Territorium um die vorletzte Jahrhundertwende suchten viele Glücksritter in den schwarzen Bergen nach Gold. Viele sind nicht mehr zurückgekehrt. Sie sind verschollen, ertrunken, verhungert, erfroren. Temperaturen um 50 Grad minus sind hier im Winter keine Seltenheit. Manch tragisches Schicksal muss sich hier zugetragen haben. Namen wie "Deadmen Valley", zu deutsch: "Das Tal der toten Männer", "Hell\'s Gate", "Das Tor zur Hölle" oder "Headless Valley", "Die Tal der Kopflosen" sind zur Legende geworden.
Auch heute wird in den abgelegenen Tälern des Nahannis noch nach Gold gesucht. Ein absoluter Einzelgänger, der 60 Jahre in dieser schroffen, abgelegenen Urlandschaft gelebt und nach Gold gesucht hat, ist Gus Kraus. Inzwischen über 90 Jahre alt, lebt er in einer Blockhütte am Liard-River.
Von einer Expedition, der Befahrung des Nahannis von der Quelle bis zur Mündung mit Kanu und Faltboot sowie einem Besuch bei Gus Kraus berichtet dieser Film.

Karten für das Filmereignis mit besonderen Dokumentations- und Abenteuererlebnissen gibt es im Vorverkauf zum Preis von neun Euro bei der Tourist-Information, Bahnhofstraße 19, 54497 Morbach, Telefon 06533/71117, E-Mail: touristinfo@morbach.de