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...aber gebt Gott, was Gottes ist!

...aber gebt Gott, was Gottes ist!

Da hatten Politik und Wirtschaft Schwedens sie sich so schön ausgemalt, die Sache mit dem Euro, aber dann kam bekanntlich das Volk dazwischen. Und wieder hat sich das Sprichwort durchgesetzt, wonach ja bekanntlich beim Geld die Freundschaft aufhört.

In der Tat hat das liebe (warum eigentlich sagen wir "das liebe"?) Geld wohl mehr Menschen entzweit wie vieles andere, was zwischen die Menschen kommen kann. Aber am Geld selbst liegt das wohl nicht, vielmehr an dem, was der Mensch damit anstellt. Und was stellt Jesus mit dem Geld an? In einer Evangeliumsgeschichte wird erzählt, dass er gefragt wird, ob es recht ist, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Nun muss man dazu sagen, dass es im damaligen, von den Römern besetzten und beherrschten Heiligen Land durchaus ein gewagter und mutiger Akt des Widerstandes sein konnte, dem verhassten Besatzer seinen Obulus zu verweigern. Jesus aber hat eine andere Perspektive. Er stellt, mit der Münze vor den Augen der Gesprächspartner, eine Gegenfrage: "Wessen Bild und Aufschrift ist das?" "Die des Kaisers", antworten die Gefragten. Und dann wieder Jesus: "So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, aber gebt Gott, was Gottes ist!" Natürlich könnte man jetzt ellenlang diskutieren, was eigentlich "des Kaisers" ist oder, in der heutigen Zeit gesprochen, dem Staat, der Gesellschaft, dem Gemeinwesen überhaupt zusteht. Und das wird ja angesichts von Teuro, Steuerreform, Neuverschuldung durchaus gründlich getan. Und ich habe auch keine Sorge, dass an dieser Gesprächsfront in absehbarer Zeit Ruhe einkehren könnte. Für mich wichtiger ist aber der zweite Teil des Satzes, um den man sich wohl weniger kümmert: Gott geben, was Gottes ist! Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift ist das eine ganze Menge. Wenn wir Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erden bezeichnen, wenn wir ihn den Gott der Liebe, Gnade und Barmherzigkeit nennen, dann haben wir wohl ordentlich zu tun, wenn wir Gott geben wollen, was Gottes ist. Zum Beispiel, wenn wir es nach der Weise Jesu tun wollten, wenn er konkret sagt: "Was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Geschwistern, das habt ihr mir getan!" Also: Gebt Gott, was Gottes ist, das bedeutet für mich, Gott als meinen Schöpfer, Erlöser und Begleiter die Ehre zu geben und diese Ehre dann in der Liebe zu meinem Nächsten konkret werden zu lassen. Und ich bin mir sicher: Das bringt ganz besondere, lebendige Zinsen! Ulrich Müller, Pfarrer Lötzbeuren