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Abriss des Hauses neben der Synagoge stagniert: Eine Frage der Statik

Abriss des Hauses neben der Synagoge stagniert: Eine Frage der Statik

Ein Altbau macht oft Probleme. Manchmal sogar, wenn er abgerissen werden soll. So scheint das auch aktuell in Wittlich zu sein. Die Arbeiten stagnieren. Der Büroleiter der Stadtverwaltung Rainer Stöckicht erklärt warum und gibt auch Auskunft zur Parkplatzsituation ringsum, zu der seiner Aussage nach keine offiziellen Beschwerden vorliegen.

Der Abrissbagger hat Pause: Das heruntergekommene städtische Haus in der Himmeroder Straße ist fast komplett abgerissen. Jetzt soll bei einem Ortstermin geklärt werden, wie es weitergeht. In Sachen Statik muss umgeplant werden. Rund um das Projekt hat TV-Redakteurin Sonja Sünnen Fragen an die städtische Pressestelle geschickt, die Büroleiter Rainer Stöckicht beantwortet hat. Die Abrissarbeiten in der Himmeroder Straße sind fortgeschritten. Nun scheint sich nichts mehr zu tun. Neueste Vermutung, die ich zu hören bekomme: Die beiden Querwandstücke stehen noch, damit die Kneipe Äschatskaul nicht umkippt. Ach was. Was also sind die korrekten Gründe, warum der Komplettabriss stagniert. Womöglich spielt auch das Wetter eine Rolle, aber sagen Sie selbst ?Rainer Stöckicht: Selbstverständlich müssen die beiden Querwände solange stehen bleiben, bis die geplante Stahlbetonaussteifung fertiggestellt ist. Der Komplettabriss stagniert, weil unter anderem im Bestand zusätzliche Stahlbetonbauteile gefunden wurden, die wiederum in die erstellte Statik integriert werden müssen. Die Abbruchmaßnahme ist eigentlich wetterunabhängig, jedoch ist ein wenig Regen sogar förderlich, da es in diesem Fall weniger Staubentwicklung gibt. Inwieweit verlaufen die Abrissarbeiten problemlos oder was hat es an „Überraschungen“ gegeben?Stöckicht: Bis jetzt laufen die Arbeiten problemlos und bis auf den Fund der zusätzlichen Stahlbetonbauteile ohne Überraschungen. Aber angeblich ist beim Giebel jetzt doch, Überraschung, festgestellt worden, dass das Haus nun doch keinen gemeinsamen mit dem Nachbarhaus hat? Oder was ist denn nun der wahre Sachstand zur Giebelproblematik?Stöckicht: Der Sachstand mit dem fehlenden Giebel des Gebäudes Himmeroder Straße 40 ist weiterhin der gleiche. Nur das städtische Gebäude Himmeroder Straße 42 verfügt über eine Giebelwand. Wann sollen die Arbeiten abgeschlossen sein?Stöckicht: Diesbezüglich findet in den nächsten Tagen ein Ortstermin mit der beauftragten Abbruchfirma, dem beauftragten Ingenieur-Büro und der Verwaltung statt. Der Abschluss der Maßnahme ist von verschiedenen Faktoren abhängig und kann derzeit noch nicht benannt werden. Mancher hätte sich ja lieber Parkplätze gewünscht als einen begrünten Raum, der nach dem Abriss geplant ist. Und teilweise wird ja wirklich chaotisch an der Synagoge geparkt: Es gibt den Vorwurf, bei Veranstaltungen würde aber nicht vom Ordnungsamt kontrolliert. Was können Sie dazu sagen?Stöckicht: Es kommt nach unseren Erfahrungen zu verkehrswidrigen Parken im Bereich des Karnevalscenter vom Sporgraben bis zur Synagoge. Diese entstehen erfahrungsgemäß durch Besucher des Karnevalcenter vor Fastnacht und Halloween. Verkehrswidriges Parken durch Veranstaltungen in der Synagoge sind hier, so wie beschrieben, nicht bekannt. Konkrete Beschwerden in Bezug auf Veranstaltungen in der Synagoge sind bislang auch bei uns nicht eingegangen.Probleme gibt es bei Begegnungsverkehr im Bereich zwischen Karnevalcenter und Synagoge. Im Vorfeld geplante zielgerichtete Kontrollen durch das Ordnungsamt erfolgten bisher nicht, allerdings wird in den oben genannten Situationen selbstverständlich durch gezielte Ansprachen und Verwarnungen reagiert. Es heißt, durch die neuen Veranstaltungsräume Weingut Losen habe sich die Situation verschärft. Was sind die Beobachtungen des Ordnungsamtes?Stöckicht: Es gibt keine neuen Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Weingut Losen. Gesagt wird auch: Die Stadträte haben sich selbst ihr Parken vor der Synagogentür ermöglicht, indem sie dort das Parken ab 18 Uhr ermöglicht haben. Was ist dazu zu sagen? Ich kann mich an einen solchen Beschluss nicht erinnern Stöckicht: Das zeitlich beschränkte Halteverbot in der Himmeroder Straße wurde auf Initiative von Anwohnern durch das Ordnungsamt angeordnet. Durch den Stadtrat wurde kein entsprechender Beschluss gefasst. Wie viele „Knöllchen“ werden denn im Bereich Synagoge durchschnittlich im Jahr ausgestellt, was sind die „Klassiker“?Stöckicht: In 2015 wurden im Bereich Synagoge keine Verwarnungen ausgesprochen. Die „Klassiker“ sind die oben beschriebenen Situationen, insbesondere vor Fastnacht und Halloween, wo wir durch gezielte Ansprachen und Verwarnungen reagiert haben. sos