Abriss im Turbogang
Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, heißt es immer so schön. Von wegen. Wollt ihr ein Gegenbeispiel hören? Das Morbacher Sporthotel. Montags hatte sich der Morbacher Ortsbeirat noch Bedenkzeit erbeten.
Dienstags hatte der Gemeinderat den Abriss beschlossen. Und fast über Nacht waren an dem nicht gerade denkmalverdächtigen Gebäude die Bagger am Werk. Ich will es mal vorsichtig formulieren: Jede Baugenehmigung dauert ein bisschen länger.Warum man im Rathaus so auf die Tube gedrückt hat? An Morbachs Biertresen heißt es, man habe dem ehemaligen Wahl-Morbacher Horst Eckel den Anblick seines ehemaligen Beherbergungsbetriebs nicht zumuten wollen. Naja, das war wohl ein Schuss in den Ofen. Ich habe den "Wundermann von Bern" jedenfalls am Donnerstag nicht gesehen. Aber vielleicht hat ihm auch irgendjemand geflüstert, dass sein damaliges Domizil dem Erdboden gleichgemacht wurde und ist dann auch lieber zu Hause geblieben. Oder sollten die annähernd 3000 Zuschauer am Donnerstagabend lieber auf das Kunstgrün als auf die echte Bauruine schauen? Das trifft's vielleicht schon eher. Naja, die Lauterer Fans hätten bei dem einen Tor auch nicht viel verpasst. Aber ich habe ja ohnehin von Anfang an den Morbachern die Daumen gedrückt. Nur mein Hermann, der hat es ja mal wieder besser gewusst und im Vorfeld auf 5:1 getippt - für Lautern. Aber hinterher hat er - ich hab's genau gesehen - ganz unauffällig seinen Morbach-Schal angezogen. Aber zurück zum Turbo-Abriss. Ich persönlich habe eine noch andere Auffassung, was die rasante Aktion angeht. Ihr wisst ja, die Gemeinde Morbach und der Landkreis Bernkastel-Wittlich sind erst unlängst als wirtschaftsfreundliche Kommune ausgezeichnet worden. Zwar war den Morbachern damals "überdurchschnittlich gute Aktivitäten" im Rathaus bescheinigt worden, aber das Kreishaus in Wittlich hatte mit schnellen Genehmigungsverfahren gepunktet. Ob da nicht der Morbacher Bürgermeister seiner ehemaligen Chefin in der Kreisstadt mal zeigen wollte, was Tempo ist? Mich würde es jedenfalls nicht wundern. Schließlich war sie ja beim Spiel vor Ort, weiß Eure