Abschied vom Trans Regio

Abschied vom Trans Regio: Am Samstag, 13. Dezember, verlässt der letzte Trans Regio-Zug Traben-Trarbach in Richtung Bullay. Mit dem Wechsel zum Winterfahrplan am 14. Dezember wird die Strecke künftig wieder von der Deutschen Bahn (DB) bedient, und Traben-Trarbach erhält endlich einen Fahrschein-Automaten.

Traben-Trarbach. Seit Mai 2001 fuhren die klimatisierten Trans Regio-Züge auf der zehneinhalb Kilometer langen Strecke. Der Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPVN) gab den Zuschlag jetzt an die Deutsche Bahn. "Ausschlaggebend war hier hauptsächlich der Angebotspreis", sagt Andy Neuschulz von Trans Regio. Drei Triebfahrzeugführer und zwei Zugbegleiter waren auf der Strecke im Einsatz, und da erfreute sich insbesondere Elvi Skrobotz aus Irmenach besonderer Beliebtheit an Bord: Die versierte Zugbegleiterin wusste im unübersichtlichen Tarif dschungel nicht nur die günstigsten Fahrscheine auszustellen, sondern sie vermittelte auch viel Wissenswertes von der Mosel und ihren Orten und gab handfeste Tipps zur Urlaubsgestaltung.

"Wir haben allen Mitarbeitern ein Übernahmeangebot gemacht", sagt Neuschulz gegenüber dem TV. Die Züge, die bislang die Moselstrecke befuhren, werden wieder aufgearbeitet und an den Leasing-Geber zurückgegeben. Ab dem 14. Dezember wird Trans Regio den Betrieb auf der sogenannten Mittelrhein-Bahn zwischen Köln, Koblenz und Mainz übernehmen.

Pro Werktag haben durchschnittlich 250 Fahrgäste den Trans Regio zwischen Traben-Trarbach und Bullay genutzt. Wegen der hohen touristischen Bedeutung der Strecke unterliegt diese Zahl nach Angaben von Trans Regio sehr hohen Schwankungen. Im September und Oktober wurden deutlich mehr Reisende in den Zügen gezählt. "Seit Beginn des Betriebes im Mai 2001 sind die Fahrgastzahlen um 30 Prozent gestiegen", weiß Neuschulz.

Die DB wird auf der Strecke künftig einen zweiteiligen Dieseltriebzug der Baureihe VT 628.4 einsetzen. Im Zug gibt es Stellplätze für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fahrräder sowie einen Fahrschein-Automaten. "Ab 19 Uhr ist jeder Zug mit einem Zugbegleiter besetzt, davor gibt es einen Prüfdienst auf einem Viertel der Zugleistungen", sagt Sälinger im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund.

Der Traben-Trarbacher Bahnhof wird einen Fahrschein-Automaten erhalten, an dem auch Fahrkarten für den Fernverkehr, Platz-Reservierungen und Fahrplanauskünfte erhältlich sind. "Bei einer Standort-Begehung wurde der Bahnsteig ausgewählt", sagt Sälinger. Der Standort Alter Bahnhof sei viel zu weit weg. Reil und Kövenig gehen leer aus. Reisende von dort müssen ihre Fahrscheine am Automaten im Zug erwerben. Die Abfahrts- und Ankunftszeiten der Züge auf der Strecke zwischen Traben-Trarbach und Bullay bleiben mit Beginn des Winterfahrplans unverändert.

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