Abwarten, prüfen und nichts sagen
Weder Bildungsministerium, Schulbehörde noch Kreistag haben irgendeine Ahnung. Niemand kann derzeit sagen, ob es ein Unterstufenzentrum für die Fünft- und Sechsklässler der beiden Wittlicher Gymnasien in Wengerohr geben wird.
Wittlich. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) will prüfen. Sorgfältig prüfen. Das ist die Auskunft von ADD-Pressesprecherin Eveline Dziendziol zum Sachstand Unterstufenzentrum für Fünft- und Sechsklässler der beiden Wittlicher Gymnasien in Wengerohr. Solch eine gemeinsame Unterbringung der Schüler der Orientierungsstufe hatte der Kreistag Bernkastel-Wittlich in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Damit soll den massiven Platzproblemen am Cusanus-Gymnasium und Peter-Wust-Gymnasium begegnet werden (der TV berichtete).
Solch ein Unterstufenzentrum kommt für beide Schulen derzeit nicht infrage. Beide Lehranstalten beharren darauf, die Schulen an einem Standort zu erhalten.
Das Gremium hat sich für dieses Ausquartieren aus schierer Not entschieden. In Wengerohr stehen seit dem neuen Schuljahr die Räume der Dualen Oberschule (DOS) leer. Mangels Schülern konzentriert die (DOS) ihren Schulbetrieb am Standort in der Kernstadt. Die ADD wiederum hat dem Landkreis Bernkastel-Wittlich aufgetragen, dass erst der Schulraum in Wengerohr genutzt werden muss, ehe es weiteres Geld für Erweiterungen an Gymnasien gibt.
Kreistag will Eltern Perspektiven geben
Wie geht es nun weiter, da ein Ziel des Kreistags ist, den Eltern und Kindern von Viertklässlern im Raum Wittlich eine Perspektive bei der Unterbringung der kommenden Fünftklässer zu geben? Zumal die Anmeldungen fürs kommende Schuljahr Anfang 2010 anstehen.
Der Kreis hat seine Aufgaben gemacht. Er hat für die Unterbringung zu sorgen, die Schulaufsicht liegt bei der ADD. "In den nächsten Wochen werden im Hinblick auf den Kreistagsbeschluss Gespräche unter Beteiligung der ADD Trier, der Kreisverwaltung sowie der Wittlicher Gymnasien geführt", teilt der Kreis-Pressesprecher mit. Wer dazu einlädt und wann die Gespräche stattfinden, kann Alfons Kuhnen nicht sagen.
Mit dem Hinweis auf die nötige Zeit für Prüfungen kann auch die ADD nichts zum Zeitpunkt sagen, wann etwas entschieden wird. Auch das Mainzer Bildungsministerium hüllt sich in beredtes Schweigen. Auf Anfrage verweist Pressesprecher Wolf-Jürgen Karle auf die notwendige gründliche Prüfungszeit. Keine Auskunft über die Ausgestaltung des vom Landkreis gewünschten Modellversuchs, keine Auskunft über den Fall, dass die Gymnasien weiter nicht bereit sind, dem Zentrum zuzustimmen. Karle rät, sich "nach einer angemessenen Frist wieder an die ADD-Pressestelle" zu wenden.