Acht-Minuten-Frist bleibt

LAUFELD. Erleichterung bei den Feuerwehren im Kreis Bernkastel-Wittlich: Auf dem Delegiertentag in Laufeld sprach sich Landesfeuerwehrinspekteur Hans-Josef Plattner für die Beibehaltung der Grundeinsatzzeit von acht Minuten aus. Eine Ausdehnung dieser Frist, so die Befürchtung, bedeute womöglich das Ende der kleinen Dorffeuerwehren.

"Lassen wir die Feuerwehren im Dorf, denn nur dann können wir auch weiterhin so schnell wie die Feuerwehr sein." Landesfeuerwehrinspekteur Hans-Josef Plattner, im Innenministerium zuständig für den Brandschutz, brach auf dem Delegiertentag des Kreisfeuerwehrverbandes Bernkastel-Wittlich in der Laufelder Grafschaftshalle eine Lanze für die Einsatzgrundzeit von acht Minuten. Er widersprach Meldungen, wonach im Entwurf des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes eine Ausdehnung der Einsatzgrundzeit vorgesehen sei.Wenn den Feuerwehrkräften mehr Zeit eingeräumt werde, bis sie am Einsatzort sein müssen, gehe das zu Lasten der kleinen Wehren. Die seien dann, wie es ein Bürgermeister aus dem Koblenzer Raum vorgeschlagen hatte, verzichtbar, weil Berufs- und Stützpunktwehren rechtzeitig vor Ort wären. Zudem könnten die Kommunen Kosten sparen.Für Plattner sind die bisher vorgegebenen acht Minuten, die zwischen der Alarmierung und dem Eintreffen an der Einsatzstelle nicht überschritten werden dürfen, eine Größe, die sich aus dem Prozess des Brandverlaufes ergibt. "Wenn nach 17 Minuten die Überlebensgrenze bei einer Rauchvergiftung erreicht ist und 18 Minuten nach Brandausbruch das schlagartige Durchzünden des Brandherdes zu erwarten ist, dann müssen wir unsere Einsatzkräfte in die Lage versetzen, vorher zu retten", sagte Plattner. Er verwies auf die negativen Erfahrungen der Engländer bei einer höheren Einsatzgrundzeit mit vier Mal so vielen Brandtoten in den ländlichen Bereichen. Ein Ausdünnen der örtlichen Wehren durch den dann notwendigen Mehrbedarf an hauptberuflichen Kräften habe eher eine Erhöhung statt eine Reduzierung der Kosten zur Folge."Lasst uns doch weiterhin durch eine entsprechende Ausstattung die Möglichkeit, spontan beim Nachbarn oder im Nachbardorf zu helfen", forderte Heribert Thiel von der Feuerwehr Altrich. Er bemängelte die Flut von Regelungen und Vorschriften, die im Gefahrenmoment die Einsatzfähigkeit kleinerer Wehren reduzierten. "Oft sind deshalb die Führungsebenen nicht ausreichend besetzt und auch die notwendigen Einsatzkräfte mit den verlangten Ausbildungsvoraussetzungen wie Atemschutz oder besonderem Führerschein im Alarmfall überhaupt nicht greifbar", so der Brandmeister.Otto Fürst vom Feuerwehr-Landesverband dankte dem Kreisverband mit Hermann Lossbrand an der Spitze für dessen Arbeit. Gemeinsam mit Landrätin Beate Läsch-Weber ehrte er verdiente Feuerwehrmänner. Das goldene Feuerwehrehrenzeichen erhielten Kreisfeuerwehrinspekteur Willi Herres und Wehrleiter Peter Kohlei. Das Feuerwehrehrenkreuz in Gold ging an Heinz-Helmut Boschan, die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Gold erhielt Hermann Lossbrand, die silberne Geschäftsführer Gerd Römer.