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Adentskalender in Breit – Wenn sich 24 Türchen füllen statt leeren

Tägliche Überraschungen : Adventskalender im Hunsrückort Breit: Wenn sich 24 Türchen füllen statt leeren

In Breit im Hunsrück gibt es seit dem 1. Dezember täglich eine kleine Überraschung auf dem Dorfplatz zu bestaunen. Dort ist ein besonderer Adventskalender aufgebaut. Er funktioniert ein wenig anders als die meisten bekannten Varianten.

Leere Wein- und Gemüsekisten sind auf dem Dorfplatz in Breit aufeinandergestapelt. Zusammen bilden sie ein großes Dreieck, das an einen Tannenbaum erinnert. Der besondere Clou hinter der weihnachtlich beleuchteten Holzkonstruktion: Es ist ein Adventskalender. Jede der Kisten steht für ein Kalendertürchen und ist entsprechend mit Zahlen von 1 bis 24 gekennzeichnet. Und anders als bei den meisten Adventskalendern, wo Säckchen und Türchen bis Heiligabend täglich leerer werden, werden hier die Kisten jeden Tag mit einer neuen Überraschung gefüllt.

Die Idee zu dieser vorweihnachtlichen Attraktion im Dorf sei bereits im vergangenen Jahr aufgekommen, berichtet Ortsbürgermeisterin Christine Paulußen: „Der Anklang war so groß, dass sofort klar war: Wir wollen das wiederholen“, sagt sie. Bis 2020 habe sich die Gemeinde stets an der beliebten Tradition des lebendigen Adventskalenders beteiligt, sagt die Ortschefin. Dabei gestalten Familien oder Vereine jeweils an einem Dezember-Tag vor ihren Häusern ein kleines Programm. Dort trifft sich dann die Dorfgemeinschaft, es wird gemeinsam gesungen, Glühwein und Punsch getrunken oder weihnachtliche Texte vorgetragen. „Das alles war aber wegen der damals geltenden Corona-Bestimmungen nicht möglich“, erinnert sich Christine Paulußen.

Und so hätten sich fünf Frauen aus dem Dorf, die sich unter anderem in der Seniorenarbeit sehr engagierten, überlegt, was denn stattdessen machbar sei. Erste Überlegungen hätten eine Art Installation auf dem Dorfplatz beinhaltet: „Jemand hatte irgendwo etwas mit Weinkisten gesehen, was aber nichts mit Advent zu tun hatte.“ Daraus sei dann allmählich die Idee für den aus Kisten gebauten Adventskalender entstanden. Der Sohn einer der Frauen habe solche alten Weinkisten in unterschiedlichen Größen im Keller gehabt. Daraus bauten die Ehemänner schließlich den Tannenbaum-Kalender mit passender Dekoration.

Auf einen Aufruf hin, wer denn eines der Kästchen gestalten wolle, habe es gleich viel Resonanz gegeben, erinnert sich Paulußen. Ähnlich wie in diesem Jahr. Vorgaben für den Inhalt gebe es keine: „Das soll einfach aus dem Gefühl heraus sein, wie man selbst diesen Tag gern gestalten möchte – mal rein dekorativ, mal mit mehr Inhalt.“

Am Donnerstagabend sind bereits die ersten beiden Kisten gefüllt. Im Kästchen Nummer eins haben es sich kleine Figuren in einer „Wichtelwerkstatt“ bequem gemacht. „Das hat eine Mutter mit ihren Kindern wirklich sehr süß gestaltet“, findet die Ortschefin. Die zweite Kiste enthält zwei selbst gebastelte Weihnachtsmänner aus Holz mit gelben Filzmützen. „Es ist immer eine große Freude. Und das Spannende ist ja, dass niemand weiß, wer die Kästchen gestaltet“, erklärt die Ortsbürgermeisterin. Dies werde erst am Ende per Aushang verraten.

An den Adventssonntagen komme man am Adventskalender zusammen, „um besinnliche Texte zu lesen und etwas Gemeinschaft zu pflegen – natürlich coronakonform“, berichtet Paulußen. Die Teilnehmer achteten mit großer Sorgfalt auf Abstände, jeder bringe seine eigene Glühweintasse mit. „Für unsere älteren Bewohner ist das eine besonders schöne Sache.“ Es freue sie auch, dass in vielen Nachbargemeinden trotz Pandemie kleinere Adventsaktionen geplant seien: „Aber so etwas braucht natürlich immer engagierte Menschen im Dorf.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Besonderer Adventskalender im Hunsrückort Breit