Adresse für Rat und Tat im Landkreis

Adresse für Rat und Tat im Landkreis

Ein Name, viele Einsatzbereiche: Der Caritasverband mit seinen Standorten in Wittlich und Bernkastel-Kues legt seinen Jahresbericht vor. Die Arbeit reicht von der Sterbehilfe bis zur Schwangerenberatung, vom Kleiderkammer-Angebot bis zur Weihnachts-Geschenkbaum-Aktion.

Bernkastel-Wittlich. Wer geht zur Caritas? Warum geht man überhaupt zur Caritas und zu wem kommt die Caritas?
Zwar kennen viele den Oberbegriff "Caritas", wer jedoch nichts direkt mit dem Verband zu tun hat, kennt vermutlich nicht die vielen sehr unterschiedlichen Felder, auf denen die Mitarbeiter aktiv sind.
Einen groben Überblick bietet da der Jahresbericht, der jetzt für das Jahr 2014 auf 48 Seiten die Arbeit des Verbandes Mosel-Eifel-Hunsrück dokumentiert.

Beratung armer Menschen in Notlagen: 223 Einzelpersonen und Familien wurden kreisweit betreut. Sie haben unter anderem Schwierigkeiten Wohnungen in zentraler Lage zu finden und sind meist auf sich allein gestellt.

Schwangerschaftsfragen: 388 Frauen wurden in Wittlich und Bernkastel-Kues betreut, um sie rund um die Geburt zu unterstützen und eine Perspektive für ein Leben mit Kind in schwierigen Situationen zu entwickeln.

Migranten: Von insgesamt 7225 Ausländern im Kreis wurden über die Caritas 124 betreut. Die Flüchtlinge leiden besonders auf dem Land unter sozialer Isolation und Hoffnungslosigkeit. Viele Ehrenamtliche wollen ihnen helfen. Um die Zahlen in Relation zu setzen, dokumentiert der Bericht: Kreisweit gab es 2014 laut Ausländerbehörde 382 Asylsuchende und 93 Einbürgerungen. Der Ausländeranteil betrug 6,5 Prozent, bundesweit 8,5 Prozent.
Verschuldung: 409 Menschen nutzen die Schuldnerberatung der Caritas, indem sie mehr als zwei Mal Unterstützung suchten. Ein Viertel davon ist unter 30 Jahre alt. Viele haben sich wegen Ratenzahlungen (etwa fürs Handy) übernommen.
Sucht: 533 Menschen wurde unter anderem in 5172 Gesprächen Hilfestellung gegeben, um Suchtprobleme besser zu bewältigen. Dabei überwiegen die Alkoholprobleme (212 Menschen, zwei Drittel Männer). Bei den Drogen geht es vermehrt um Kräuterdrogen (Legal Highs) aber auch um die Substanz Crystal Meth.

Drogen im Gefängnis: Eine Besonderheit ist die sogenannte externe Drogenberatung im Gefängnis Wittlich mit 75 Klienten in der JSA und 162 in der JVA. Dabei geht es zum Beispiel um Erwirken von Kostenzusagen von Entwöhnungsbehandlungen.

Spielsucht: 45 Menschen kamen mit ihren Problemen in Sachen Glücksspielsucht zur Caritas, meist geht es um Automatenspiele in Spielhallen. Dazu gab es auch elf Präventionsveranstaltungen etwa mit Schülern.

Essen auf Rädern: Das Angebot wurde im Dezember eingestellt. 2014 wurden 17 892 Mahlzeiten an 131 Menschen in 39 Gemeinden geliefert.

Nichtsesshafte: 21 Menschen ohne festen Wohnsitz haben Hilfe gesucht. Sie werden zum Beispiel bei Bedarf an Ärzte vermittelt und ihnen wird ein Tagessatz von 13,30 Euro ausgezahlt.

Kleiderkammer: Immer donnerstags können Notleidende gespendete Kleider bekommen. Das Angebot nutzten 192 Hilfesuchende. 3368 Kleidungsstücke wurden ausgegeben.

Tafel: Ein Projekt ist die Wittlicher Tafel, die 1500 Menschen erreicht, darunter 349 Kinder und 226 Asylbewerber. 90 Ehrenamtliche arbeiten hierbei mit. 32 Lebensmittelgeschäfte unterstützen das Angebot.

Geschenkbaum: Vor Weihnachten stellt die Caritas sogenannte Geschenkbäume für Bedürftige auf, an denen Spender Kuverts aussuchen und bestücken. 2014 wurden so 14 500 Euro in 209 Umschlägen gesammelt und an Bedürftige vor Weihnachten weiter gegeben.

In der Geschäftsstelle Wittlich und der Außenstelle Bernkastel-Kues gibt es zusammen 32 Mitarbeiter, die sich um Themen von der Schwangeren- oder Suchtberatung bis zur allgemeinen Sozialberatung aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung kümmern.
Weiterhin gibt es die Begegnungsstätte im Wittlicher Haus der Vereine mit einem umfangreichen Wochenprogramm.
Außerdem ist das Caritas Fachzentrum Demenz ein Schwerpunkt.
Seine Arbeit hat das Ziel, für Menschen mit Demenz und deren Angehörige das Leben etwas leichter zu machen. Es bietet unter anderem Schulungen, initiiert Betreuungsangebote und organisiert Hilfen Ehrenamtlicher.
Nach außen besonders auffällig sind die 100 Pflegekräfte der beiden Sozialstationen, die mit ihren 49 roten Wagen jeden Tag die Menschen im Kreis aufbesuchen.

Außerdem gibt es den ökumenischen Hospizdienst, der unter anderem 87 Patienten begleitete. Neben den Ehrenamtlern sind dabei zwei Hospizfachkräfte im Hauptamt tätig, die der Caritas-Sozialstation Wittlich angegliedert sind.
Ansonsten gilt, auch für hier noch nicht genannte Tätigkeitsfelder: Ohne Ehrenamtler läuft nichts, und die sind in beeindruckender Zahl mit dabei: 230 bis 240 Menschen schätzt Rainer Martini, Caritas Öffentlichkeitsarbeit, auf TV-Nachfrage: "Es sind allein 90 bei der Tafel, rund 40 bei der Hospizarbeit, etwa 30 in der Begegnungsstätte, 60 beim Betreuungsangebot der Sozialstationen und zehn beim Ausbildungspatenprojekt."

Wer von der Arbeit des Verbandes beeindruckt ist, kann ihn als Mitglied unterstützen: Infos Geschäftsstelle Wittlich, Kurfürstenstraße 6, Telefon 06571/91550 oder www.caritas-wittlich.de