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Ältere wieder fit für den Job machen

Ältere wieder fit für den Job machen

Die über 50-Jährigen gelten auf dem Arbeitsmarkt oft als "alte Eisen", dabei haben sie jahrelange Berufserfahrung und sind meist ebenso leistungsfähig wie andere. Langzeitarbeitslose, die älter als 50 Jahre alt sind, werden in Cochem nun besonders betreut und qualifiziert.

Cochem. Die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) hat in Cochem das Vermittlungszentrum "Job plus" für Langzeitarbeitslose eröffnet. Das Angebot richtet sich an Hartz-IV-Empfänger, die über 50 Jahre alt sind. Sie werden hier drei Monate lang täglich betreut und geschult, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

20 Teilnehmer können je drei Monate lang an dem Angebot der DAA teilnehmen. Dabei werden etwa zehn Teilnehmer von einem Dozenten betreut. Neben Hilfe und Beratung bei der Bewerbung stehen vor allem Motivationstraining, Sport und psychologische Betreuung auf dem Programm. Birgit Mannebach, Jobcoach bei der DAA in Cochem, erklärt: "Viele Menschen, die herkommen, sind perspektivlos und sehen in ihren Bemühungen um einen Arbeitsplatz sowieso keinen Sinn mehr. Die versuchen wir hier wieder zu motivieren." So umfasst der Stundenplan in der DAA nicht nur fachspezifischen Unterricht in EDV oder Recht, sondern lässt auch Freiräume für Sport, Gesundheitstraining oder gemeinsame Ausflüge. "Einige der Teilnehmer sind während der langen Zeit der Arbeitslosigkeit lethargisch geworden. Wir versuchen, sie wieder ins Leben zu bringen", beschreibt Mannebach ihre Aufgabe.

Wenn die Teilnehmer nach dem dreimonatigen Vollzeitprogramm noch keine Arbeitsstelle in Aussicht haben, bleiben sie erneut drei Monate mit dem DAA in Kontakt und können sich weiterhin bei ihrer Jobsuche beraten lassen, allerdings nicht mehr täglich.

Das Cochemer Vermittlungsbüro ist auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gegründet worden und Teil des Bundesprogramms "Perspektive 50plus". Es arbeitet im Auftrag der Cochem-Zeller Arge (Arbeitsgemeinschaft) und in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung des Handwerks (GFH), einer Tochter der Handwerkskammer (HwK).

Im Kreis Cochem-Zell beträgt die Arbeitslosenquote 5,7 Prozent, davon sind 26,8 Prozent älter als 50 Jahre.

Seit Mitte November hat die DAA drei ehemalige Langzeitarbeitslose vermittelt. Mannebach: "Ein Teilnehmer hat sogar mit 62 noch eine Stelle gefunden. Das war ein großer Erfolg und motiviert auch die anderen." Bis Jahresende können 100 Hartz-IV-Empfänger aus dem gesamten Kreis das Programm der DAA in Cochem besuchen. Ziel ist es, davon etwa 30 Menschen zurück in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Jobs finden die älteren Arbeitnehmer in allen Branchen, vom Tourismus über den Pflegebereich bis hin zur Produktion, erklärt der Cochem-Zeller Arge-Geschäftsführer Heiner Jellinek. "Tatsache ist allerdings", gibt Jellinek zu, "dass viele Personalentscheider Vorbehalte haben, obwohl sie meist selbst über 50 Jahre alt sind.

extra Beschäftigungspakt für Ältere Ziel des Bundesprogramms "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" ist es, langzeitarbeitslose ältere Menschen dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Gefördert werden derzeit - über einen Zeitraum von drei Jahren - 62 regionale Projekte. "Perspektive 50plus" ist 2005 als Modellversuch des Bundes gestartet. Zunächst hat die Region Trier als einzige in Rheinland-Pfalz teilgenommen und neun Vermittlungszentren ins Leben gerufen. Diese Einrichtungen haben bundesweit die besten Vermittlungsergebnisse erzielt. "Perspektive 50plus Rheinland-Pfalz-Saarland" ist mittlerweile der regional größte Beschäftigungspakt im Bundesprogramm.