Energie : Ausschuss berät über Altricher Anlage

In der Sitzung des Bauausschusses der Verbandsgemeinde Wittlich-Land steht am Donnerstag die Erweiterung der Biogasanlage Altrich auf der Tagesordnung. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Gremium damit beschäftigt. Auch im VG-Rat sorgte das Thema bereits für Diskussion.

() Die Biogasanlage bei Altrich soll erweitert werden. Bevor das Vorhaben realisiert werden kann, müssen zur Schaffung des Planungsrechtes ein Bebauungsplan durch die Ortsgemeinde Altrich aufgestellt und der Flächennutzungsplan durch die Verbandsgemeinde Wittlich-Land fortgeschrieben werden. Die Ortsgemeinde hat dem Vorhaben im Gemeinderat bereits zugestimmt, auf VG-Ebene fehlt diese noch.

Bereits in der zurückliegenden Sitzung im Oktober stand das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bauen und Energie, eine Entscheidungsempfehlung für den VG-Rat gab es allerdings nicht, da der Ausschuss nicht beschlussfähig war. Im Verbandsgemeinderat sorgte die geplante Erweiterung dann für Diskussionen unter den Ratsmitgliedern. Vor allem Günter Theis, Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, hielt eine flammende Rede gegen die Erweiterung der Anlage.

Gerade im Bereich der Biogasanlagen gelte es ganz besonders, die einzelnen Interessen genau abzuwägen und individuelle, auf den jeweiligen Standort bezogene Entscheidungen zu treffen, so Theis. Die Anlage in Altrich verarbeite aktuell maximal 13 480 Tonnen nachwachsende Rohstoffe als Substrat. 12 575 Tonnen würden, so Theis, laut Angaben der Verwaltung auf teils gepachteten Flächen angebaut, gelagert und verkauft.

In Zukunft würden, sollte die Anlage nach den Plänen erweitert werden, 30 000 Tonnen Rohstoffe verarbeitet werden. Ob weiterhin zusätzliche Energiepflanzen zum Verkauf angebaut werden sollen, sei unklar und nicht auszuschließen. „Es steht also eine Anbaumenge von aktuell 25 555 Tonnen einer geplanten Menge von 30 000 Tonnen gegenüber. Das Delta beträgt somit 4445 Tonnen, die zukünftig mehr angebaut werden müssen – nur für die eigene Anlage, ohne etwaigen Verkauf von Substrat. Der Betrieb wird damit zukünftig nach unserer Berechnung auf einer Fläche von 628 Hektar nachwachsende Rohstoffe anbauen.“

Der vorliegende Antrag entspreche aus Sicht seiner Fraktion nicht dem, was unter einer ausgewogenen, alle Interessen in gleichem Maße wahrenden Flächennutzungsplanung verstanden werden müsse. Die nachvollziehbaren wirtschaftlichen Interessen des Investors seien anderen berechtigten Interessen gegenüberzustellen und abzuwägen.

„Besonders die Interessen der konventionellen Landwirtschaft sehen wir durch eine solch massive Erweiterung der bestehenden Biogasanlage in der gesamten Wittlicher Senke gefährdet. Sie können bei den hohen Pachtpreisen, die für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen bezahlt werden, nicht mithalten. Die auf Ebene der Verbandsgemeinde getroffene Entscheidung darf nicht den Einzelfall oder eine einzelne Gemeinde betrachten, vielmehr muss sie über den Tellerrand hinaus die Interessen und Verträglichkeiten der Region berücksichtigen“, sagte Theis.Daher könne es in diesem Fall nur einen ablehnenden Beschluss geben. „Wir werden dem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes daher nicht zustimmen.“

Der Verbandsgemeinderat beschloss nach der anschließenden Diskussion, die Entscheidung wegen noch zu klärender Fragen zu vertagen und erneut im Bauausschuss zu beraten. Dort steht er an diesem Donnerstag, 15. November, wieder auf der Tagesordnung.

Die Ausschusssitzung beginnt am Donnerstag, 15. November, um 16 Uhr in Osann-Monzel, Bürgerhaus.