Ärger um fehlende Antworten

Eine Verzögerung bei der Versorgung mit schnellem Internet hat den Gonzerather Felix Assmann veranlasst, sich an die Fraktionen im Morbacher Gemeinderat zu wenden. Assmann ist verärgert, dass einige Gruppierungen auf sein Anliegen nicht geantwortet haben.

Morbach. Wer je mit Felix Assmann zu tun hatte, weiß, dass das ehemalige Morbacher Gemeinderatsmitglied aus den Reihen der CDU ein Freund der deutlichen Worte ist. So auch im Zusammenhang mit den DSL-Anbindungen, die die Telekom für die Internetnutzer in vier Morbacher Orten für Ende Juli versprochen hatte, diesen Termin aber nicht eingehalten hat.
Insgesamt 48 Haushalte hätten sich bei ihm gemeldet, so Assmann, damit er sich um ihr Anliegen kümmere, was er als Betroffener "sehr gerne" getan habe. Deshalb habe er den Beigeordneten Dietmar Thömmes als Vertreter des im Urlaub weilenden Bürgermeisters Andreas Hackethal sowie die Verwaltung und alle Fraktionen erstmals am 28. August angeschrieben und um Hilfe gebeten. Am 22. September habe die Bauabteilung der Morbacher Verwaltung bei ihm angerufen und mitgeteilt, dass das Problem gelöst und das DSL in den Orten verfügbar sei.
George-Stephen McKinney, Pressesprecher der Telekom, spricht von einer technisch bedingten Verzögerung, die schneller als erwartet gelöst werden konnte. Seit dem 20. September könnten Surfer in den Orten Merscheid, Hinzerath, Gonzerath und Haag Leitungen mit einer Übertragungsrate von 50 MB buchen.
Assmann ist jedoch ín dieser Angelegenheit von den Fraktionen im Morbacher Gemeinderat enttäuscht. Mehrfach habe er diese bezüglich des Problems angeschrieben und von einigen keine Rückmeldung erhalten. Lediglich FWM und Grüne hätten sich bei ihm gemeldet, Rainer Stablo von den Linken habe er erst verspätet angeschrieben.
Die Fraktionen der CDU und SPD und die FDP greift Assmann deshalb an. "Was ist das denn für eine Kommunalpolitik, die direkt vor und mit dem Bürger veranstaltet werden sollte, aber nicht stattfindet?", fragt er.
Die Sprecher der angesprochenen Fraktionen weisen die Vorwürfe zurück. "Wir vom Gemeinderat haben das Thema verfolgt", sagt Jürgen Jakobs von der CDU. Assmann wüsste aus seiner politischen Arbeit selbst, dass nicht alles so schnell gehe. "Wir sind für Anfragen aus der Bevölkerung offen", sagt Jakobs. Theo Wagner, Sprecher der SPD-Fraktion, sagt ebenfalls, dass er und seine Fraktionskollegen nicht untätig gewesen waren. Sie hätten das Thema in die Verwaltung weitergetragen. "Wir haben das immer wieder angesprochen", sagt er. Kurt Müllers von der FDP hatte die Mail von Assmann als Info gesehen und nicht erwartet, dass er eine Antwort will. Zudem sei er als alleiniger FDP-Vertreter im Rat und Unternehmer während der Haupturlaubszeit zeitlich sehr eingebunden, so dass er mehr Luft für solche Anliegen benötige als Assmann offensichtlich erwarte. cst