Ärger um Mobilfunkmasten in Wengerohr

Telekommunikation : Ärger um Mobilfunkmasten in Wengerohr

Am Park-and-Ride-Parkplatz am Wittlicher Bahnhof steht  jetzt eine Sendeanlage der Firma Vodafone. Das gefällt nicht allen.

„So kann man nicht mit den Leuten umgehen“, sagt Hans-Georg Teusch. Er ist verärgert über die Informationspolitik zum Mobilfunkmast, der 35 Meter hoch auf dem Park-and-Ride-Parkplatz des Bahnhofs steht. In der Einwohnerfragestunde des Ortsbeirats fragt er, wieso die Bürger darüber nicht informiert worden sind und wie man auf diesen Standort gekommen ist, der in unmittelbarer Nähe zu einem Neubaugebiet liegt. Hans-Georg Teusch weist auch auf die Gesundheitsgefährdung hin, die durch die Nähe zu den Strahlungen entstehen kann. „Die sollte man möglichst gering halten. Man hätte die Firma beispielsweise auf eine Fläche im Industriegebiet verweisen können.“

Ortsvorsteher Joachim Platz sagt dazu, dass er selbst erschrocken sei, als er den Turm zum ersten Mal gesehen hat. Informiert worden sei er darüber in einer Mail im Juni 2017. Er erklärt: „In der Mitteilung der Stadtverwaltung stand, dass zwei Bauanträge eingegangen seien, das es aus der Sicht der Stadt keine planungsrechtlichen Einwände dagegen gebe und dass sie die Anträge an die Kreisverwaltung weiterleiten würden. Darunter war der Bauantrag der Firma Vodafone.“ Weiter sagt er: „Von einer Beteiligung oder einer Stellungnahme, die der Ortsbeirat dazu abgeben soll, stand da nichts. Es war von einem Funkverteilerplatz die Rede. Da bin ich eher von Schaltkästen als von einem Mast ausgegangen.“

Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich bestätigt, dass das Vorgehen vom bauplanerischen Verfahren her abgedeckt ist und der Ortsvorsteher und sein Stellvertreter darüber in Kenntnis gesetzt worden sind. „Im November 2015 erfolgte von Vodafone die Anfrage an die Stadtverwaltung, mit der Bitte, die Möglichkeit für die Errichtung einer Mobilfunksendeanlage im Bereich des Park-and-Ride-Parkplatzes zu prüfen, der der Stadt gehört, mit dem Hinweis, dass der Mast nur 35 Meter hoch werden solle.“ Das sei dem Ortsvorsteher am 17. November 2015 übermittelt worden, und er und sein Stellvertreter seien um Mitteilung gebeten worden, ob aus ihrer Sicht Bedenken gegen das Vorhaben bestehen. „Es erfolgte keine Rückmeldung, und so stand aus planungsrechtlicher Sicht dem Umsetzen des Vorhabens nichts entgegen“, so Stöckicht. Der Bauantrag ist am 31. Mai 2017 eingegangen, und am 8. Juni wurde der Ortsvorsteher und sein Stellvertreter informiert, am 22. Juni die Stellungnahme an die Kreisverwaltung übermittelt, so der weitere zeitliche Ablauf. Am 18. Oktober 2018 ist die Baugenehmigung erteilt worden.

Wie es mit der Gesundheitsgefährdung durch den Mast aussieht, dazu verweist der Pressesprecher an die Firma Vodafone. Die Abstandsflächen für einen Funkmasten dieser Größenordnung beträgt laut Landesbauordnung 8,86 Meter. Die nächste Bebauung ist zur Bahnhofstraße 114 Meter und zum Sandweg 156 Meter vom Mast entfernt.

Problematisch findet der Ortsvorsteher nicht nur, dass der Turm sehr nah an der Wohnbebauung steht, sondern dass nur rund 80 Meter entfernt auf dem Gebäude der alten Molkerei ein weiterer Mast angebracht worden ist –  von der Telekom. „Das ist schon sehr viel, zwei Masten auf einer so kurzen Distanz. Das sehe ich kritisch, und ich frage mich, ob das nötig ist und ob da nicht noch weitere Anbieter kommen und ihre Türme aufstellen wollen.“ Wegen der  Beschwerden und Wünsche der Bürger nach mehr Information wird es eine Info-Veranstaltung geben, an der ein Mitarbeiter der Firma Vodafone teilnimmt.

Die Informationsveranstaltung findet am 8. Mai um 19 Uhr im Jugend- und Bürgerhaus Wengerohr statt.

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