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Ärger um Umbau des Deutschen Telefonmuseums in Morbach

Stunk im Hunsrück : Ärger um Umbau des Deutschen Telefonmuseums in Morbach

Der Betreiber des Deutschen Telefonmuseums Siegfried Warth greift die Morbacher Verwaltung wegen des Umbaus der Ausstellung an. Bürgermeister Andreas Hackethal reagiert sauer und weist die Vorwürfe zurück.

Die Morbacher Museen starten mit Volldampf in die Saison. Im Hunsrücker Holzmuseum jüngst die neue Sonderausstellung „Räubertabak“ eröffnet worden. Am 12. Mai folgt der Archäologiepark Belginum mit der Sonderausstellung „Was aßen Kelten und Römer?“ Bleibt nur die Frage, wie es um das dritte Museum der Gemeinde Morbach steht, das Deutsche  Telefonmuseum.

„Es sieht gut aus“, sagt Siegfried Warth, Betreiber des Museums. Alle Apparate sind angeschlossen, so dass Besucher des Museums alle Telefone ausprobieren können. Im ersten Moment scheint das selbstverständlich zu sein. Doch war dafür eine Menge Arbeit erforderlich, denn das Museum ist im vergangenen Winter umgestaltet worden. Der Grund: In die Räume, in denen bisher das Gros der Ausstellung untergebracht war, zieht in Kürze die Gesellschaft zur regionalen Holzvermarktung ein.

Das hat zur Folge, dass der Großteil der Ausstellung jetzt im ersten Obergeschoss der ehemaligen Landwirtschaftsschule zu finden ist. Zudem hat sich die Ausstellungsfläche von rund 700 auf 500 Quadratmeter verkleinert. Vieles sei beim Umbau kaputt gegangen, sagt Warth. Schnüre seien abgerissen, Geräte auseinandergebrochen. „Doch wir haben wieder alles geflickt“, sagt er. Eine erste Veranstaltung, eine Telefonbörse, bei der sich am Wochenende vor Ostern 180 Sammler im Museum getroffen haben, sei erfolgreich verlaufen.

Die Umgestaltung des Museums ärgert Warth sichtlich. „Ich habe vom Amt keine Unterstützung bekommen, nur Schwierigkeiten“, sagt er. Bürgermeister Andreas Hackethal habe die Umbauarbeiten im Museum im Winter einstellen lassen, weil ihm ein Konzept gefehlt habe. „Dabei ist das Konzept unverändert: Die Kontinuität der Entwicklung darzustellen bei Telegrafen und Fernsprechgeräten.“ Einst seien die wichtigsten Modelle im Erdgeschoss zu sehen gewesen. Jetzt stehen sie oben, was eine Einschränkung für Behinderte bedeute, sagt er. Zwar sei erst im Sommer 2018 ein Treppenlift zum Erdgeschoss angebracht worden, doch auch vorher seien für viele Beeinträchtigte die fünf Stufen zum Museum machbar gewesen. „Ich habe um einen Treppenlift gebeten fürs erste Obergeschoss. Da reagiert kein Mensch drauf“, sagt er.

Zudem sei es im Museum nicht sauber. Der Dreck von den Umbauarbeiten für die Holzvermarktungsgesellschaft ziehe in die Räume  nach oben. Und auch die Wände in den oberen Räumen hätte man vor dem Umzug streichen können, moniert Warth. Auf den ein oder anderen Apparat müsse man derzeit verzichten, beispielsweise auf die Grubentelefone aus dem Bergbau und die Automobiltelefonie. Warth sagt, die ehemalige Hausmeisterwohnung unterm Dach soll im Winter 2019/2020 zur Ausstellungsfläche umgestaltet werden.

Den Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal ärgern die Vorwürfe sichtlich. „Bevor ich in dieser Form öffentlich motze, suche ich ein Gespräch mit dem Bürgermeister“, sagt er. Nachdem Warth kein eigenes Konzept vorgelegt habe, habe die Verwaltung eines erarbeitet, dem der Museumsbetreiber ausdrücklich zugestimmt habe. Die Gemeinde habe Warth Handwerker zur Verfügung gestellt. „Wir haben gut angepackt“, sagt der Bürgermeister. Die Verwaltung unterstütze den Museumsbetreiber. Dieser müsse da tätig werden, wo sein eigenes Geschick gefragt ist.

Zudem prüfe die Verwaltung, ob im Rahmen der energetischen Sanierung des Hauses der Begegnung, in dem sich das Museum befindet, ein Teil der Hausmeisterwohnung zur Ausstellungsfläche werden und ob weitere Maßnahmen wie die Barrierefreiheit des Museums umgesetzt werden können. Ein Datum dafür nennt er im Gegensatz zu Warth nicht. Trotz aller Diskrepanzen will Hackethal am Museum festhalten. „Wir stehen hinter dem Deutschen Telefonmuseum und unterstützen es“, sagt er.