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Ärger wegen Friedhofsordnung: Thalfanger Wählergruppe kritisiert Änderung der Satzung in Morbach

Ärger wegen Friedhofsordnung: Thalfanger Wählergruppe kritisiert Änderung der Satzung in Morbach

Die Organisation der Friedhöfe sorgt für Verwerfungen zwischen Morbach und Thalfang. Die Thalfanger Freie Wählergruppe bezweifelt, ob bei einer Fusion noch in allen Gemeinden Erdbestattungen möglich seien. Dem widerspricht die Morbacher Verwaltung vehement.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Fusion mit der Einheitsgemeinde Morbach kritisiert die Freie Wählergruppe Erbeskopf die Neuordnung der Morbacher Friedhofsordnung. Wie Silvia Pfeifer von der FWG Erbeskopf mitteilt, seien Erdbestattungen künftig nur noch in Morbach möglich. In der Struktur einer Einheitsgemeinde sei es, im Gegensatz zur Verbandsgemeinde wie es in Thalfang noch der Fall ist, nicht möglich, dass die Ortsbezirke eine eigenständige Satzung entwerfen.

"Für die Bürger hätte das bei einer Fusion zur Folge, dass man die Gräber einer traditionellen Erdbestattung in Morbach suchen müsste.", schreibt Pfeifer in einer Presse-Mitteilung. Es werde in keiner Weise auf die Wünsche Rücksicht genommen, sondern allein die Kosten stünden im Vordergrund. In Thalfang habe es vor Jahren eine Bürgerinitiative gegeben, die erfolgreich für den Erhalt von Doppelgräbern gekämpft habe. Das wäre im Fall einer Fusion vergebens gewesen. Pfeifer übt heftige Kritik an der Verfahrensweise in einer Einheitsgemeinde: "Die Änderung der Friedhofssatzung steht stellvertretend für die Vorgehensweise einer Einheitsgemeinde. Unselbstständige Ortsbezirke dürfen sich lediglich etwas wünschen. In diesem Fall die Bestattungsform. Aber Achtung: Nicht jeder Wunsch geht auch in Erfüllung."

Der Trierische Volksfreund hatte im November über die Diskussion um die Neuregelung der Morbacher Friedhofsordnung berichtet (TV vom 11. November). Dabei ging es aber ausdrücklich um sogenannte "Wahlgräber", bei denen man sich einen Platz aussuchen kann. Diese sollen bei Erdbestattungen künftig nur noch in Morbach möglich sein. Der Verzicht auf Wahlgräber erleichtere nämlich die Neuordnung und Neugestaltung der Friedhöfe, vor allem für andere Grabformen, die immer häufiger nachgefragt werden.

Theo Gätz, Büroleiter der Einheitsgemeinde Morbach, nimmt zu der Presse-Mitteilung der FWG Erbeskopf Stellung: "Diese Mitteilung ist nicht richtig. Es wird in allen Friedhöfen der Einheitsgemeinde Erdbestattungen geben, weil das doch die Grundform der Bestattung ist." Natürlich werde derzeit an der Neugestaltung der Friedhofsordnung gearbeitet, bei der aber die Wünsche der Ortsbeiräte übernommen werden. Gätz erinnert an die Diskussion um einen Bestattungswald vor über einem Jahr (der TV berichtete mehrfach).

Es soll auch in Zukunft jede mögliche Bestattungsform angeboten werden. Allerdings gebe es kaum mehr Wahlgräber. Gätz: "Wir wollen keinen Flickenteppich, auch um eine einheitliche Gestaltung zu ermöglichen."

In welchem Friedhof letztlich welche Bestattungsformen möglich sind, sollen, so Gätz, die Ortsbezirke beschließen. "Wir wollen auch prüfen, ob Waldbestattungen möglich sind. Das wurde ja vor einiger Zeit diskutiert." In jedem Ortsbezirk gebe es einen Friedhof, insgesamt 15 gemeindliche und zwei kirchliche Friedhöfe. Und auch besondere Formen sind möglich: "In Weiperath sind zum Beispiel nur weiße Kreuze erlaubt", sagt Gätz.
Absurde Schein-Diskussion

meinung

von Hans-Peter Linz

Tatsache ist: In der Einheitsgemeinde Morbach wie auch in der Verbandsgemeinde Thalfang sind Erdbestattungen möglich. Jedem Ort oder auch Ortsbezirk bleibt es freigestellt, seinen Friedhof entsprechend zu gestalten. "Wahlgräber" und "Erdbestattungen" sind zwei unterschiedliche Begriffe. "Wahlgräber" sind immer weniger üblich. Wenn sich jemand einen Platz aussuchen kann, dann führt das häufig zu einem Flickenteppich, der den Friedhof weniger ansprechend aussehen lässt. Das ist vielfach nicht gewünscht und daher völlig verständlich.
Das hat aber nichts mit Erdbestattungen zu tun. Diese traditionellste Form der Bestattung ist nach wie vor in vielen Gemeinden möglich. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft sowohl für Thalfang als auch für Morbach gelten. Völlig unabhängig davon, ob diese Gemeinden im Rahmen der Kommunalreform fusionieren oder nicht. Es ist völlig absurd, diese Schein-Diskussion zu instrumentalisieren, um damit Schein-Argumente für einen Disput über das Für und Wider von zwei unterschiedlichen kommunalen Verfassungsformen zu erzeugen. An dieser Stelle sollte man bei der Realität bleiben, anstatt unhaltbare Behauptungen aufzustellen.
hp.linz@volksfreund.de