Ärzte stehen vor Rätsel

18 Schüler des Birkenfelder Gymnasiums wurden nach dem Sportunterricht am Montagmorgen ins Krankenhaus eingeliefert. Wenig später nahm die Feuerwehr Luftproben, die gestern ausgewertet wurden.

Birkenfeld. Keine Anzeichen für verunreinigte Luft in der Großsporthalle Am Berg in Birkenfeld lieferte die gestrige Analyse. Indes verbrachten zwei Schülerinnen und ein Schüler des Gymnasiums, der erst am Montagabend stationär aufgenommen wurde, auch den gestrigen Tag in der Klinik der Kreisstadt. Die übrigen der nach dem Sportunterricht am Montag eingelieferten 18 Kinder waren noch am selben Tag aus der Obhut der Ärzte entlassen worden. Die Krankheitsbilder, berichtet Dr. Rainer Großmann, Chefarzt der Inneren Abteilung, "waren immer die gleichen und nicht objektiv messbar: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bauchschmerzen". Darüber hinaus klagten einige Jungen über ein Kratzen in der Kehle.Manche Fünftklässler haben erhöhte Leberwerte

Folglich mussten sich die Internisten darauf beschränken, "die Symptome zu überwachen, die die Kinder angegeben hatten", und verabreichten Infusionen. Als "Unsinn" bezeichnet der Ärztliche Vorstand der Elisabeth-Stiftung, Aussagen, manche der behandelten Fünftklässler hätten erhöhte Leberwerte: "Diese waren altersgemäß."Auf Großmanns Empfehlung hin blieben am Dienstag die meisten betroffenen Schüler zu Hause. Dass Spekulationen ins Kraut schossen, sie hätten simuliert oder sich gegenseitig hochgeschaukelt, empört Ute Schmitt, deren Tochter Hannah als eine der Ersten ins Krankenhaus kam: "Die Kinder waren kreidebleich und hingen richtig in den Seilen." Auch Lehrer fühlte sich unwohl

Ihre Wahrnehmung teilt Klassenleiter Franz-Peter Schäfer: "Schüttelfrost, heiße Stirn, heiße Wangen - den Schülern ging es wirklich schlecht." Seine Kollegin Monika Dusaux bestätigt: "Einige konnten sich kaum auf den Beinen halten." Selbst robuste Jungen, die zunächst strikt ablehnten, einen Arzt aufzusuchen, wurden später in die Klinik gebracht. Als "seltsam" empfindet Sportlehrer Erich Schmidt, der sich ebenfalls unwohl fühlte, solche Gerüchte: "Die Kinder sind zuverlässig, lerneifrig und brav." Bei allen vier Luftproben "konnten keine signifikanten Mengen luftfremder Stoffe nachgewiesen werden", bescheinigt das Labor der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen. "Für eine Sporthalle ist die Luft außergewöhnlich sauber", ergänzt Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr.Entwarnung gibt auch Dr. Gerhard Samosny, der Leiter des Gesundheitsamts in Idar-Oberstein: "Wir haben keine Hinweise auf eine Intoxikation", also eine Vergiftung. Der Medizinaldirektor sieht keine Notwendigkeit mehr, die Halle zu sperren. Ab heute ist sie wieder für den Sportbetrieb geöffnet, wie die Kreisverwaltung Birkenfeld mitteilt. i