Afrikanische Schweinepest: Für den Fall der Fälle gerüstet sein

Landwirtschaft : Die Schweinepest rückt näher

Vor einem Jahr ist die Afrikanische Schweinepest im benachbarten Belgien ausgebrochen. Im Landwirtschaftsausschuss des Kreises wurde über aktuelle Vorsorgemaßnahmen berichtet. Ohne weitere Hilfe vom Land sei eine Quarantänezone nicht zu stemmen, hieß es. Eine Quarantänezone würde 100 000 Euro pro Woche kosten.

 Alarmstimmung im Kreishaus: Das Risiko einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird  mittlerweile  auch für den Landkreis als hoch eingestuft. Und wenn sie ausbricht, wird es teuer. ASP ist eine Virusinfektion, an der die Tiere meist innerhalb von 48 Stunden sterben. Die Seuche überträgt sich nicht auf den Menschen, es gibt aber auch keinen Impfstoff dagegen. Seit vor einem Jahr erste Fälle in Südostbelgien, an der Grenze zum Eifelkreis, festgestellt worden sind, gibt es aus Belgien immer noch keine Entwarnung, erklärte Jutta Alt von der Kreisverwaltung des Landkreises Bernkastel-Wittlich in der jüngsten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses.

In Europa seien bislang 5200 infizierte Wildschweine nachgewiesen worden – mit Schwerpunkten auf Estland, Lettland, Belgien und Ungarn. Sollte die Seuche auch im Landkreis ausbrechen, muss das Gebiet weitläufig abgesucht werden. Dazu sei ein täglicher Einsatz von cirka 150 Personen erforderlich. Diese sollen mit Kräften der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Polizei und auch der Bundeswehr gestellt werden. Jutta Alt: „Die Veterinäramtsleitungen im Krisenverbund Eifel (zu dem der Landkreis zählt) sind sich einig, dass die benannten freiwilligen Helfer der Feuerwehr und des THW nur punktuell zur Verfügung stehen werden. Für die Polizei gehen wir vom gleichen Problem aus.“

Hinzu komme die Schwierigkeit, das verseuchte Gebiet weitläufig abzuperren und eine Quarantäne-Zone einzurichten. Das würde pro Woche rund 100 000 Euro kosten. „Ohne einen entsprechenden Dienstleister mit geschultem Personal und dem erforderlichen Material werden wir dabei sehr schnell an unsere Grenzen stoßen.“

Landrat Gregor Eibes mahnt: „Wir haben in den Kommunen nicht das Personal dafür. Da müssen wir mit dem Land in medias res gehen, um eine Lösung zu finden. Das kann so nicht sein.“

Es sei daher auch wichtig, die Prävention zu verbessern und den ohnehin starken Schwarzwildbestand im Landkreis durch verstärkte Jagd weiter zu reduzieren. Hierfür müssten weitere Anreize für die Jägerschaft geschaffen werden. Dafür habe man einen Beschluss-Vorschlag verfasst. Demnach werde, in Abstimmung mit dem Krisenverbund Eifel, vorgeschlagen, dass die Landkreise die Gebühr für die Trichinenkontrolle von erlegtem Wild – die sonst die Jäger bezahlen müssen – für ein Jahr erlassen wird. Diese Gebühr liegt im Landkreis Bernkastel-Wittlich bei etwa 15 Euro. Außerdem soll eine Abschussprämie in Höhe von 20 Euro gezahlt werden, wenn der Jäger eine Blutprobe des erlegten Tieres zum Untersuchungsamt schickt.

Eibes: „In der Bekämpfung der Seuche müssen wir uns zwingend auf die Jäger verlassen können. Wir sollten dem Kreisausschuss und dem Kreistag empfehlen, diesem Vorschlag zu folgen.“ Dem stimmte das Gremium zu.

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