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Ahmadiyya-Muslime setzen Zeichen gegen Rassismus

Religion : Zeichen gegen Rassismus

Vorurteile gegenüber dem Islam abbauen, ist das Ziel der Kampagne der Ahmadiyya-Muslime in Wittlich. Dazu haben sie spezielle Flugblätter entwickelt, die in der Region verteilt werden sollen.

Eigentlich war die diesjährige Kampagne der Ahmadiyya-Muslime so geplant, dass auch größere Podiumsveranstaltungen stattfinden können. Aber die Corona-Krise lässt das nicht zu. Deshalb wollen die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft nun Flyer in der Region verteilen und Online-Vorträge anbieten. Es geht darum, aufzuklären und Rassismus zu verhindern.

Imam Ansir Ahmad erläutert im Pressegespräch die Ziele der Gemeinde, die in Wittlich rund 125 Mitglieder hat: „Wir wollen mit der Kampagne Vorurteile gegenüber dem Islam abbauen. Es gab einige Vorfälle in den vergangenen Jahren, weswegen wir die Kampagne gestartet haben.“

Es sei wichtig, sich für Frieden und Gewaltlosigkeit einzusetzen.

Extremismus und Terrorismus, egal aus welcher Richtung, ist in der Ahmadiyya-Gemeinde tabu. So lautet auch der Leitspruch der Ahmadiyya Gemeinde „Liebe für alle, Hass für keinen“. Ahmad erklärt die Grundsätze der Gemeinschaft: „Wir setzen auf absolute Gerechtigkeit, keinen Zwang im Glauben, die freie Religionswahl, die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und die Trennung von Religion und Staat.“ Zudem seien die Gesetze der Länder, in denen die Gemeinschaften leben, immer zu beachten.

Was Extremismus betrifft, betont er die klare Linie seiner Glaubensgemeinschaft: „Wir vertreten einen friedvollen Islam und antworten nicht auf Extremisten.“

Im Gegensatz zu vielen anderen muslimischen Religionsgemeinschaften (insgesamt gibt es über 70 Gruppierungen) hat die Ahmadiyya-Gemeinschaft ein spirituelles Oberhaupt in der Nachfolge des Propheten. Sie wurde 1889 in Qadian in Indien von Hadhrat Mirza Ghula Ahmad gegründet.

„Unser Messias Hadhrat Mirza Ghulam Ahamd hat den Anspruch, Reformer zu sein. Der Koran wird heute nicht mehr so verstanden wie vor 1400 Jahren. Deshalb mussten Reformen kommen. Unser derzeitiges Oberhaupt ist Hadhrat Mirza Masrur Ahmad. Er lebt in London und ist unser spiritueller Führer. Er ist der fünfte Nachfolger des Messias“, sagt Ahmad. Die Hauptaufgabe des Kalifen sei es, Frieden in der Gesellschaft zu etablieren.

Neben Plakaten und Flyern sei auch eine Diskussion im Live-Stream im Internet geplant. Zudem wird eine telefonische Hotline geschaltet, unter der sich Interessierte melden können. Der Termin der Podiumsdiskussion ist der Donnerstag, 29. Oktober, 18.30 Uhr. Die Zugangsdaten sind auf der Internet-Seite abzufragen.

Internet: www.ahmadiyya.de
Hotline: 0800/2107758