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Aktuell Platz für maximal 400 Menschen in Wittlicher Flüchtlingsunterkunft

Aktuell Platz für maximal 400 Menschen in Wittlicher Flüchtlingsunterkunft

Bis zu 1500 Menschen sollten in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, AfA, auf dem Hela-Gelände untergebracht werden. Knapp zwei Monate nach der Inbetriebnahme leben dort 230 Menschen. Aktuell wäre Platz für 400 Flüchtlinge. Die Um-, Aus- und Anbauarbeiten dauern an.

Rund 12 500 Menschen wohnen in der Stadt Wittlich. Theoretisch könnten es mit einem Schlag 14 000 sein. Nicht nur diese Zahl steht im Raum seit die Öffentlichkeit Anfang November bei einer Großveranstaltung im Eventum über die geplante Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, kurz AfA, informiert wurde. Immerhin bis zu 1500 Flüchtlinge sollen in der neuen Einrichtung übergangsweise Platz finden. Zum Vergleich: Im Wittlicher Stadtteil Bombogen leben knapp 1400 Einwohner. 1500 Menschen aus anderen Kulturen auf einen Schlag, auf beengtem Raum in Wittlich? Bei allen Sorgen, die aufkamen, als die Nachricht die Runde machte, ist seither die Hilfsbereitschaft groß: Und alles kann langsam anlaufen, denn die rein organisatorischen AfA-Pläne sind problemlos umsetzbar. Nicht vorhersehbar waren beispielsweise die Komplikationen in Sachen Wasser- und Stromversorgung (der TV berichtete).

Mittlerweile klappt es mit dem Trinkwasser, aber für den Strom, der bei Vollbelegung nötig wäre, fehlt eine Trafo-Station, die erst Mitte Januar wegen eines Lieferengpasses eingerichtet werden kann. Auch jetzt läuft der Betrieb angesichts der 230 Menschen sozusagen noch auf halber Flamme. "Aufstockungen sind jederzeit möglich bis auf die momentane Obergrenze von 400 Personen", sagt AfA-Leiter Axel Schaumburger. Die Kapazitätsobergrenze liege an der noch mangelhaften Stromversorgung. Er erklärt, dass eine mögliche Vollbelegung, sofern die Brandschutzdienststelle der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich die Freigabe für die komplette Halle erteile, dann zudem "von dem weiteren Zustrom von Flüchtlingen und den freien Kapazitäten anderer AfAs" abhänge. Generell sei die Stimmung derzeit entspannt, was mit der geringen Belegung zu tun haben könnte.

Und Schaumburger sagt auch: "Die Menschen wollen in erster Linie Hilfe, Versorgung, Ruhe und Frieden." Naturgemäß könne es zu Stresssituationen kommen, "wenn unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Nationen oder gar aus Ländern, die Kriegsgegner sind, aufeinandertreffen. Die verbalen Auseinandersetzungen werden aber schnell beigelegt, mithilfe der Dolmetscher und der Mitarbeiter des Justizvollzuges, des DRK oder des Wachdienstes, die allesamt eine sehr gute Arbeit verrichten und äußerst bemüht sind Konflikte zu erkennen und bereits im Keim zu ersticken." Dass es, wie an anderen AfA-Standorten bundesweit auch, immer wieder zu "wildesten Gerüchten, Spekulationen, auch böswilligen Lügen" komme, sei nicht hilfreich: "Man kann aber nichts ausschließen, was passieren könnte, da man ja nicht weiß, wer da zu einem kommt.

Aber man muss auch nichts erfinden, um die Lage und die Arbeit der Mitarbeiter vor Ort noch zu erschweren", sagt Axel Schaumburger, der ansonsten ein erstes positives Fazit ziehen kann: "Nach den wenigen Wochen des Betriebs der AfA komme ich zu dem Ergebnis, dass alle Stellen, die da am Werk sind, außerordentlich ergebnisorientiert arbeiten, wobei ich die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Wittlich, an der Spitze den sehr interessierten und hilfsbereiten Bürgermeister Rodenkirch und die Kreisverwaltung mit Landrat Eibes ausdrücklich loben möchte. Das Gesundheitsamt, die Stadt- und die Kreisverwaltung, die Polizei und viele mehr unterstützen uns sehr gut. Ansonsten wären wir mit dieser großen Aufgabe noch lange nicht so weit fortgeschritten. Insbesondere meine Mitarbeiter aus der Jugendstrafanstalt Wittlich, die sich allesamt, so wie ich auch, freiwillig zu diesem Dienst gemeldet haben, leisten hier eine hervorragende Arbeit zusammen mit dem DRK. Das alles macht Mut für die kommenden Monate."

Die AfA in Zahlen Auf dem Gelände stehen 110 Container. Die Hälfte ist belegt rund 125 Menschen. Maximal passen sechs Menschen in einen Container. Die anderen sind in der Hela-Halle untergebracht. In der Halle soll ab Februar noch die Küche für einen neuen Caterer eingerichtet werden. Auch fehlen noch Tische und Bänke fürs Einnehmen der Mahlzeiten. Derzeit wird noch im Verpflegungszelt gegessen. Als Sicherheitsreserve für die landesweite Aufnahme von Flüchtlingen bleiben auch zwei Wohnzelte noch stehen. Sie sind seit Weihnachten als provisorische Unterkunft geräumt worden. Es wird darüber nachgedacht, sie künftig als Spielzelt oder Aufenthaltsraum zu nutzen. Als Sanitäranlagen gibt es rund 90 Toiletten in Containern und ein Zelt mit 60 Duschen. Als zu Beginn die Wasserversorgung nicht geklappt hat, wurden die Sanitäranlagen der benachbarten Schulen genutzt. Dazu gibt es zehn Waschmaschinen und Wäschetrockner, die die persönliche Wäsche der Flüchtlinge reinigen. Die Bettwäsche wird extern gewaschen.