Alex Licht (CDU) holt zwar das Direktmandat, ist aber vom Landesergebnis seiner Partei enttäuscht - Mehr Zweitstimmen für die Genossen

Alex Licht (CDU) holt zwar das Direktmandat, ist aber vom Landesergebnis seiner Partei enttäuscht - Mehr Zweitstimmen für die Genossen

CDU und Grüne sind die großen Wahlverlierer im Wahlkreis 23. Zwar hat CDU-Kandidat Alex Licht zum sechsten Mal in Folge das Direktmandat geholt, bei den Zweitstimmen liegt aber die SPD vorne. Die Grünen rutschen im Wahlkreis 23 unter vier Prozent. Zum Wahlkreis 23 gehören die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang, Kirchberg und die Einheitsgemeinde Morbach.

Es ist kurz vor 18 Uhr. Die Spannung unter den etwa 20 Mitgliedern der Jungen Union, Kreis Bernkastel-Wittlich, ist deutlich spürbar. Noch überwiegt leichter Optimismus. Als dann um Punkt 18 Uhr die Prognose auf dem Fernsehschirm erscheint, wird es still. Ungläubig schaut der Nachwuchs der CDU im kleinen Veranstaltungssaal des Hotels Weißer Bär in Mülheim auf die farbigen Säulen.

Die SPD hat die Landtagswahl deutlich gewonnen, die CDU liegt fünf Prozent hinter den Sozialdemokraten. JU-Vorsitzender Peter Müller versucht in einer ersten Reaktion, der Prognose doch noch etwas Positives abzugewinnen. "Ich bin froh, dass die Grünen abgestraft wurden. Ich hoffe jetzt, die FDP bleibt stark und geht nicht mit der SPD und den Grünen in die Regierung." Auch der Vorsitzende der Kreis-Senioren-Union, Wilfried Wesch, ist da. "Das ist bitter für uns", sagt er und ergänzt: "Viel schlimmer ist aber noch das Ergebnis der AfD." Sie kommt im Wahlkreis auf über zehn Prozent.

Die Kandidaten und Landtagsabgeordneten Alex Licht (CDU), Bettina Brück (SPD) und Jutta Blatzheim-Roegler (Grüne) sind am Wahlabend in Mainz. Licht steht in einem Saal des Kurfürstlichen Schlosses inmitten von enttäuschten Parteifreunden. Seine erste Reaktion: "Wir wollten stärkste Partei werden. Das haben wir nicht geschafft. Immerhin wurde Rot-Grün abgewählt." Er vermutet, dass viele Grünen-Wähler zur SPD abgewandert sind. Licht macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Offensichtlich hat die Landespolitik kaum eine Rolle gespielt."

Immerhin: Licht hat in seinem Wahlkreis wieder die meisten Erststimmen bekommen. "Das ist für mich schon ein Vertrauensbeweis", sagt er.

Ganz anders die Gemütslage bei Bettina Brück. "Ich bin sehr froh heute. Wir hatten die bessere Spitzenkandidatin und die besseren Inhalte", sagt die Thalfangerin. Die Grünen-Kandidatin Jutta Blatzheim-Roegler (Listenplatz 5) muss zittern. Rutschen die Grünen unter die Fünf-Prozent-Marke, ist sie keine Abgeordnete mehr. Und was sagt sie zu einer möglichen Koalition von SPD, Grünen und FDP? Blatzheim-Roegler hält sich bedeckt. Sie ist noch geschockt vom Wahlergebnis. ÖDP-Kandidat Johannes Schneider sagt: "Wir haben uns behaupten können, große Sorgen macht mir aber der Rechtsruck." Willi Feilen (Freie Wähler) hatte sich ein besseres Ergebnis für die FWG erhofft. Schwer enttäuscht sei er aber nicht. Seine Glückwünsche gehen an die SPD und FDP.
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Foto: klaus kimmling (m_wil )
Enttäuschung, Hoffnung und Freude: Mitglieder der Jungen Union (oben), Alex Licht (CDU) bei der Briefwahl und Bettina Brück (SPD) bei der Stimmabgabe. TV-Fotos: K. Kimmling (2), C. Altmayer (1), W. Simon (1). Foto: (m_kreis )
Foto: klaus kimmling (m_wil )

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