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Alex Licht: "Wir wollen endlich regieren"

Alex Licht: "Wir wollen endlich regieren"

Alex Licht aus Brauneberg tritt zum sechsten Mal in Folge im Wahlkreis 23 als CDU-Direktkandidat für die Landtagswahl an. Seit 1991 hat er jedesmal den Wahlkreis gewonnen. Er umfasst die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang, Kirchberg und die Einheitsgemeinde Morbach und hat rund 61 000 Wahlberechtigte.

Brauneberg. Er ist ein Urgestein der rheinland-pfälzischen Landespolitik. In seiner Partei genießt er wegen seiner Erfahrung und Fachkompetenz ein hohes Ansehen.
1991 zog der Winzermeister mit 38 Jahren für die CDU erstmals in den rheinland-pfälzischen Landtag. Jetzt ist Alex Licht 63 Jahre alt und er will es noch einmal wissen. Vor allem: Er will nach 25 Jahren Opposition endlich regieren. Die Chancen sind gut, liegt doch die CDU in den Umfragen deutlich vor der SPD. Aber: Vor vier Jahren ereignete sich kurz vor der Landtagswahl die Atomkraft-Katastrophe von Fukushima, was den Grünen viele Stimmen bescherte. Rot-Grün war noch einmal gerettet.Landtagswahl 2016


Diesmal steht mit dem Flüchtlingsstrom wieder ein bundesweites Thema im Fokus der Öffentlichkeit.
Davon könnte nun die AFD profitieren, und das Thema könnte die CDU Stimmen kosten. Die Landespolitik tritt wieder einmal in den Hintergrund. Doch Licht ist sicher: CDU-Landeschefin Julia Klöckner habe sich in der Flüchtlingsfrage im Gegensatz zur SPD klar positioniert, ihr Plan A 2 sei ein wichtiger Baustein, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen.
Und das Problem AFD, die in den Wahlumfragen zuletzt deutlich zugelegt hat? Licht: "Ich denke, dass an der Wahlurne letztlich die Vernunft siegt." Ist die AFD ein möglicher Koalitionspartner für die CDU? Licht: "Niemals, die AFD ist ein No-Go". Entscheidend sei, dass an einer starken CDU vorbei keine Regierung gebildet werden könne.
Als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion hat sich Alex Licht in den vergangenen Jahren intensiv mit den desaströsen Großprojekten Nürburgring und dem Flughafen Hahn befasst und dabei immer wieder die Landesregierung scharf kritisiert.
"Bildung, Forschung und Infrastruktur - das sind die Bereiche, in die eine Industrienation wie Deutschland investieren muss", sagt Licht. Viele Projekte der Landesregierung seien hingegen "Firlefanz". Exemplarisch nennt er den vom grünen Umweltministerium erstellten 40-seitigen "Managementplan für den Umgang mit Wölfen".
Deutlich kritisiert er auch die Abschaffung der Studiengebühren für Langzeitstudien. Licht: "Mit dem Geld, das nun im Haushalt fehlt, könnte man viele Lehrer einstellen."
Auch mit der Verkehrspolitik der Landesregierung geht Licht hart ins Gericht. "Wir leben im Stauland Rheinland-Pfalz", sagt er und verweist unter anderem auf die Situation in Trier und am Mittelrhein. Die Rheinbrücke sei notwendig, ebenso der Moselaufstieg (Westumfahrung) Trier. Und es müsse endlich der Lückenschluss der A 1 gebaut werden. Die Autobahn hat in der Eifel zwischen Blankenheim und der Anschlussstelle Kelberg in Rheinland-Pfalz eine 25 Kilometer lange Lücke.
Alex Licht ist in der Kreis-CDU seit 1992 unangefochten der Spitzenmann. Stolz ist er auf seine Wahlergebnisse. 2006 holte er in seinem Wahlkreis als Direktkandidat 41,8 Prozent der Stimmen, die CDU kam dort auf 33,8 Prozent. Und bei der letzten Wahl vor fünf Jahren lag er mit 40,5 Prozent ebenfalls deutlich über dem Zweitstimmenergebnis der CDU (37,7 Prozent).
Licht unterstützt "zu Hause" zahlreiche Initiativen und hat einige zukunftsweisende Projekte angestoßen. Die Kueser Gespräche hat er mit ins Leben gerufen, es entstand in der Folge die Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte und schließlich gründete sich im Februar 2014 die Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kues.Extra

Der CDU-Kandidat: Alex Licht, 63 Jahre alt, wohnt in Brauneberg, ist verheiratet, hat drei Kinder, zwei Enkel und ist seit 1991 Mitglied des Landtags, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und seit 1992 Vorsitzender der CDU Bernkastel-Wittlich. sim