Alle an einem Strang

Spritzige Rieslingweine, frischer Speckkuchen und eine gut aufgelegte Stadtbürgermeisterin: Der Neujahrsempfang der Stadt Traben-Trarbach lockte am Sonntagabend rund 150 Bürgerinnen und Bürger in das Stadthaus "Alter Bahnhof".

Traben-Trarbach. "Wie geht's, wie steht's", "Lange nicht mehr gesehen", "Nachträglich noch alles Gute zum neuen Jahr" - solche Floskeln hörte man öfter beim Neujahrsempfang der Stadt Traben-Trarbach. Das lockere Gespräch, der gepflegte "Smalltalk" bei einem guten Glas Wein - das ist stets zu Beginn eines neuen Jahres ein angenehmes Ritual in Traben-Trarbach. Man zeigt sich, man trifft sich, man prostet sich zu, trägt sich in das Gästebuch der Stadt ein, und man ist in der Regel in guter Laune. So auch am Sonntagabend. Vereinsvertreter waren da, die Feuerwehren in Ausgeh-Uniform, das Kinderprinzenpaar in vollem Ornat, die Sternsinger und natürlich die Stadtgarde. Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus hielt eine launige Neujahrsansprache - lange anhaltender Beifall folgte. Sie erinnerte an das abgelaufene Jahr, an gute und weniger gute Ereignisse. Zu den guten gehörten die erfolgreiche Museumsnacht im Juni und die Leonardo-da-Vinci-Ausstellung im Spätjahr, die sich rund 6000 Besucher ansahen. Der Kreiskirchentag fand in Traben-Trarbach statt, das Krankenhaus meldete mit 269 Babys einen Rekord, und der Jugendhof Wolf wurde für sein Projekt "Patchwork für Ruanda" vom Land ausgezeichnet. Weniger gut im vergangenen Jahr: Der stadtinterne Streit um das Gedenken der Juden der Stadt machte Schlagzeilen. Aber in diesem Zusammenhang sah die Stadtbürgermeisterin auch etwas Positives. Pönnighaus: "Weil wir innerstädtisch an einem Strang zogen, konnten wir am Ende zu einem befriedigenden Ergebnis kommen. Ich habe noch nie in einem Gremium gearbeitet, das so eng und dabei so gut miteinander auf dem Weg war."Den schwersten Schlag fügte allerdings das Bundesverteidigungsministerium der Stadt Traben-Trarbach zu. Denn das Amt für Geo-Informationswesen wird geschlossen. Über 200 Arbeitsplätze werden in den kommenden drei bis vier Jahren wegfallen. Doch der Blick der Stadtchefin ins Jahr 2008 verspricht zwar erneut viel Arbeit, bietet aber auch Grund zu Optimismus. Ob weitere Baugebiete, Stadtsanierung, hoffnungsvolle Gespräche in Sachen Konversion oder Tourismus: Die Stadt sei auf einem guten Weg.

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