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Alle Gonzerather können jetzt DSL nutzen

Alle Gonzerather können jetzt DSL nutzen

Nach jahrelangen Bemühungen um einen Anschluss ans rasante weltweite Datennetz (DSL) können nun endlich alle Gonzerather dieses Angebot nutzen.

Gonzerath. (urs) Dietmar Thömmes, Ortsvorsteher von Gonzerath, kann es selbst noch kaum fassen. Endlich verfügt der gesamte Ort über "digitale Anschlussleitungen" (DSL). "Wir sind jetzt flächendeckend versorgt", freut er sich. Jeder Gonzerather, der einen DSL-Anschluss haben wolle, könne diesen nun haben. Weder Haushalte noch Unternehmen müssten sich weiterhin mit lahmen und letztlich auch entsprechend teureren Internet- und Computerpost-Verbindungen plagen.

Eigentlich hätte diese Erfolgsmeldung schon etwas früher verkündet werden sollen. Doch der verzögerte Ausbau der durch den Ort führenden Bundesstraße hatte das verhindert. Denn die Kabel sollten ursprünglich im Zuge der Straßenbauarbeiten im Erdreich verschwinden. Um die Geduld der Bürger aber nicht noch länger zu strapazieren, sprang nun der Telefonanbieter unerwartet in die Bresche. "Die Telekom hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, die Kabel im Hochbau zu verlegen", erklärt Thömmes. Die an simplen Holzmasten hängenden dicken Leitungen seien rund um den Ort verlegt worden. Halt so wie früher, als die Stromversorgung generell oberirdisch verlief. Für Thömmes ist das optische Bild aber Nebensache: "Das ist zwar eine rustikale Lösung - aber sie hilft uns." Hauptsache, die Versorgung sei gesichert. Zumal der Ausbau der B 269 wohl auch in diesem Jahr noch nicht beginnen werde. Die vorausgesetzte Baureife werde erst Ende des Jahres erreicht sein, sodass Masten und Kabel dem Ortsbild noch etwas länger ihren Stempel aufdrücken. Denn sie werden erst mit Beginn des Straßenausbaus von der Bildfläche verschwinden, sprich unterirdisch verlegt. Für Gonzerath besonders erfreulich ist, dass der DSL-Anschluss für den Ort selbst zum Nulltarif zu haben war. Denn die Kosten dafür mussten nicht aus dem Budget bestritten werden, sondern wurden von der Gemeinde Morbach übernommen. Laut Büroleiter Theo Gätz kostete die DSL-Versorgung für Gonzerath und Hinzerath zusammen 42 000 Euro. Thömmes will sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Immerhin fehle es im Ort auch noch an einer D1-Leitung für Mobiltelefone. Bisher sei Gonzerath lediglich mit D2 versorgt.

ExtraDie ersten DSL-Bemühungen in Gonzerath liegen Jahre zurück. Anfang 2006 schien eine Funk-Lösung die rettende Lösung für eine flächendeckende Versorgung zu sein. Doch sie war den potenziellen Nutzern schlichtweg zu teuer, sodass sich die Bürger seither mit einer unzureichenden Flickenteppich-Versorgung begnügen mussten. Da sich das zunehmend als Standortnachteil erwies, da Unternehmer wie private Bauherren zurückschreckten, ließen Ortsbeirat und Ortsvorsteher jedoch nicht locker. (urs)