Alles auf Gelb

Nach der Reise in das "Dreizehnte Land" setzen die Macher der "Nature One" in diesem Jahr auf eine Farbe: "Wake up in yellow" (Wach auf in Gelb) lautet das Motto der 14. Auflage von Deutschlands größtem elektronischen Musikfestival Anfang August.

Hasselbach. (emi) "Freude und Feiern haben eine Farbe - die Farbe Gelb", erklärt I-Motion-Geschäftsführer Nik Schär das Motto der 14. "Nature One". Vom 1. bis 3. August "huldigen" geschätzte 50 000 Raver aus halb Europa auf der ehemaligen US-Raketenbasis Pydna bei Kastellaun zum 14. Mal den "Gurus" ihrer weltumspannenden Szene: Rund 300 DJs und Live-Acts aus mehr als 25 Nationen wollen auf vier Hauptbühnen (Floors) und in 17 Klubs die komplette Bandbreite der elektronischen Musik inklusive neuer Trends und bekannter Klassiker zu Gehör bringen.

Erstmals stehen die vier international erfolgreichsten Trance-DJs auf einer Bühne, dem Open-Air-Floor: Tiësto (Amsterdam), Paul van Dyk (Berlin), Ferry Corsten (Rotterdam) und Armin van Buuren (Leiden). Aber auch Sven Väth (Frankfurt), Carl Cox (London), Chris Liebing (Frankfurt), Westbam (Berlin), Felix Kröcher (Frankfurt) und viele andere wechseln sich an den Plattentellern ab. Unter den Newcomern sind der Hamburger Tom Cloud, die Brasilianer Renato Cohen und Elton D. sowie der aus dem Westerwald stammende Moritz Piske.

Besonders stolz ist Oliver Vordemvenne, bei I-Motion für das Programm ("Line-Up") der "Nature One" verantwortlich, auf den internationalen Top-Star Tiësto: "Der legte bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen auf und überzeugte mit seinem Stadionkonzept. Einer der weltbesten DJs." Überhaupt, betont Vordemvenne, wartet die 14. Auflage des größten Festivals elektronischer Musik seiner Meinung nach mit dem "besten Line-Up" in 14 Jahren Nature One auf. Diesen Satz verkündete er allerdings schon vor der 13. Auflage im vergangenen Juni. "Ich hätte es vor einem Jahr auch nicht für möglich gehalten, aber es ist wirklich so." Dabei stehe die "Nature One" in einem weltweiten Festival-Wettbewerb. "Man muss sich bestmöglich durchsetzen", so Vordemvenne. Die Riesen-Party auf der Pydna genieße aber nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den DJs einen sehr guten Ruf: "Sie sind sehr begeistert von Publikum und Location."

Von einer "Institution" spricht auch Veranstalter Nik Schär. Und trotz der im vergangenen Jahr in Politik und Medien ausführlich geführten Diskussion um steigenden Drogenmissbrauch und ein Verbot der "Nature One" besteht für den Schweizer kein Zweifel daran, dass der Sprung der Jugendkultur in die nächste Generation "geglückt" ist: "Wir merken das an vielen Impulsen, vor allem daran, was sich in den Klubs und auf anderen Festivals tut", berichtet er. "Ich blicke optimistischer als noch vor drei oder vier Jahren in die Zukunft. Die ,Nature One' wird es auch in zehn Jahren noch geben", prognostiziert Schär. "Der Kartenvorverkauf lief noch nie so gut wie in diesem Jahr."

Passend zur Sonnenfarbe Gelb sollen Liberalismus, Toleranz und Gewaltfreiheit am ersten Augustwochenende auf der Pydna im Vordergrund stehen. Für die meisten Raver beginnt der Spaß schon am Donnerstag, 31. Juli. Dann öffnet das 100 Hektar große Camping-Village auf den Wiesen rund um die Pydna seine Pforten - wummernde Bässe haben den Hunsrück drei Tage fest im Griff. EXTRA Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf. Das Tagesticket (Freitag oder Samstag) kostet 42 Euro, das Festivalticket 56 Euro (jeweils plus Gebühren). Auch eine Abendkasse wird geöffnet sein (49 Euro/65 Euro). Tickets und Infos unter Telefon 0261/921 58 40. Am Festivalgelände wird gezeltet. Camping-Tickets kosten ab Donnerstag 15 Euro, ab Freitag 12 Euro, ab Samstag 7 Euro. Sie werden an Ort und Stelle verkauft. Der Campingplatz schließt am Montag um 18 Uhr. Sanitäre Anlagen sind vorhanden, außerdem wird ein Bus-Pendeldienst nach Kastellaun (Supermarkt, Hallenbad) eingerichtet. Weitere Infos: www.nature-one.de.