Alles weggebügelt?

Zum Artikel "Bauen am Moselhang geht nur mit viel Grün" (TV, 7. Juli) meint dieser Leser:

Auf einer Hangfläche von 10 000 Quadratmetern sollen ein für die örtlichen Verhältnisse gigantisches Betriebsgebäude, eine Produktionshalle, ein Gastronomiebetrieb mit über 140 Sitzplätzen und zwei Einfamilienhäuser entstehen. Das Betriebsgebäude soll mit einer Straßenfront von über 40 Metern, einer Grundfläche doppelt so groß wie die der Ortskirche und so hoch wie ein vierstöckiges Wohnhaus mitten in die Weinberge des Braunebergs gesetzt werden. Das scheint selbst bei den Planern ein ungutes Gefühl hervorzurufen. Warum sonst wollen sie die Bebauung, die doch so hervorragend in die Landschaft einpasst worden ist, hinter üppigem Grün versteckten?Alle neuen Anlieger, ihre Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer und so weiter müssen den Noviander Weg benutzen. Bei dieser Straße handelt es sich um eine schmale Sackgasse, in die Hauptwanderwege münden, ohne Bürgersteige und Wendemöglichkeiten am Ende der Straße, in der sich im günstigsten Falle gerade einmal zwei PKW begegnen können. Man braucht kein Verkehrsexperte zu sein, um sich auszurechnen, was das zusätzliche Verkehrsaufkommen hinsichtlich Verkehrsbeeinträchtigungen, Unfallrisiko und Zufahrtproblemen für Rettungsfahrzeuge bedeutet.Die Verwaltung verweist dar auf, dass angeblich 52 "Träger öffentlicher Belange" in den Planungsprozess eingeschaltet waren. Waren die Stellungnahmen alle zustimmend, oder wurden ihre Bedenken genauso "weg gebügelt" wie die der Einwohner? Und warum wurden die Bürger, deren aktive Mitwirkung bei einem solchen Projekt im Gesetz ausdrücklich vorgesehen ist, so spät und so unzureichend über die Planung informiert? Warum schließlich wurde die Einwohneranhörung in eine Zeit gelegt, in der das Spiel Kroatien gegen Deutschland in der EM-Qualifikation über die Fernseher lief? War das Gedankenlosigkeit, Dummheit oder Vorsatz?Hans F. Poerschke Osann-Monzel

bauen in osann-monzel