Als das Strohdach Feuer fing

Pfingstmontag ist der Jahrestag: 1901 brannte das Wohnhaus des Eifeldichters. Längst ist es wieder aufgebaut: Seit 50 Jahren kümmert sich die Gemeinde um Peter Zirbes\' einstige Adresse in Landscheid-Niederkail.

Landscheid-Niederkail. Wie aus einer Pressemitteilung des Wittlicher Kreisblatts vom 23. Mai 1901 zu entnehmen ist, "brannte am Montag, den 20. Mai 1901, nachmittags um 4 Uhr in Niederkail das Wohnhaus mit Nebengebäude des Eifeldichters Peter Zirbes gänzlich ab. Sämtliche Gebäude waren mit Stroh gedeckt. Für den Ort war es ein Glück, dass die Gebäude isoliert standen, da sonst bei der herrschenden Trockenheit und den vielen Strohdächern leicht eine große Feuersbrunst hätte entstehen können. Da die Niederkailer Feuerwehr gleich zur Stelle war, brauchte fremde Hilfe nicht herbeigerufen zu werden."Gemeinde rettet das Anwesen


Das Wohnhaus des Eifeldichters Peter Zirbes hatte vor dem Brand vor 112 Jahren dieselbe Bauart und Dacheindeckung, wie sie heute vorzufinden ist. Nachdem der Sohn des Eifeldichters, Peter Zirbes junior am 21. März 1963 als einziger und zugleich letzter Nachkomme des Dichters gestorben war, ging das Hausgrundstück an weitläufig Verwandte aus Bochum über. Diese nutzten das Wohnhaus für gelegentliche Ferienaufenthalte. 1969 war das Haus nicht mehr bewohnt und drohte zu verfallen. Damals startete die Gemeinde Niederkail eine Initiative zur Rettung des Peter-Zirbes-Hauses.
Die Gemeinde wollte das Gebäude und den dichterischen Nachlass erwerben, um beides der Nachwelt zu erhalten. Am 3. März 1973 wurde die Gemeinde durch notariellen Vertrag Eigentümer des gesamten Nachlasses. Aus heutiger Sicht war der Erwerb ein Glücksfall. Durch die Veröffentlichung des Gesamtwerkes des ersten Eifeldichters Peter Zirbes im Jahr 2012 wird auch das Wohnhaus von interessierten Besuchern vermehrt besichtigt.
Nach Terminabsprache mit Oskar Lautwein, Telefon 06575/4271, kann ein Besuchstermin vereinbart werden. redExtra

Habt ihr schon mal vom Eifeldichter Peter Zirbes gehört? Er lebte 1825 bis 1901 in Niederkail bei Landscheid und schrieb zum Beispiel Sagen und Gedichte. Über sich selber hat er geschrieben: "Ich bin ein fahrender Sänger, gebürtig zu Niederkail, und habe nebst Gedichten auch Glas und Steingut feil." Denn vom Schreiben konnte er nicht leben, also reiste er herum und verkaufte Geschirr. Dass er Dichter sein wollte, dafür haben ihn manche damals ausgelacht. Heute sind die Niederkailer stolz auf ihren Eifeldichter. Eines seiner Gedichte heißt "Chressdaag Morjen". Das kennen vielleicht eure Eltern oder Großeltern. Fragt sie mal. Dann könnt ihr auch gleich fragen, ob sie mit euch das Zirbes-Haus in Niederkail besichtigen. sos