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Alte Kameraden sind jünger, als man denkt

Alte Kameraden sind jünger, als man denkt

Drei Gründe zu feiern hat der Musikverein Alte Kameraden Eisenschmitt am Sonntag, 11. Mai. Dann wird der Verein 90 Jahre alt. Außerdem sind Muttertag und Kirmes in Eisenschmitt.

Eisenschmitt. Der Name des Musikvereins Alte Kameraden lässt eine Rentnergruppe vermuten. Doch das Durchschnittsalter liegt laut der Vorsitzenden Iris Eckes bei etwa 33 Jahren.
Es ist also ein recht junger Verein, der dennoch in diesem Jahr auf eine 90-jährige Geschichte zurückblickt. Und der mit frischen Ideen für den Erhalt der Gemeinschaft sorgt.
So gibt es zum Jubiläum, das am Sonntag, 11. Mai, gefeiert wird, keine Chronik, sondern einen Kalender. Dort präsentiert sich der Verein mit seinen 26 Mitgliedern auf Fotos als Ganzes, aber auch die Instrumentengruppen sind dargestellt und die jüngsten und die ältesten Mitglieder. Auf der Rückseite steht etwas über die Vereinsgeschichte.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg trafen sich junge Männer zur Pflege der Volksmusik. 1924 tat sich wieder eine Gruppe junger Musiker zusammen, zunächst als Untergruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Noch im selben Jahr machte sich dieser Musikzug unter dem Namen Alte Kameraden selbstständig. Die Leitung hatte Jakob Pelzer.
Pelzer, der 1968 die Bundes-Dirigentennadel in Gold erhielt, leitete den Musikverein über 52 Jahre bis 1976. Ihm folgte für drei Jahre Bernhard Lehnertz, bevor der erst kürzlich verstorbene Hermann Neisen für mehr als 20 Jahre den Verein dirigierte. Seit 2000 hat Horst Müller die musikalische Leitung. Nach der Neugründung 1924 kam das Vereinsleben im Zweiten Weltkrieg erneut zum Stillstand. Im Jahr 1948 war es wiederum Jakob Pelzer, unter dessen Leitung sich Männer zusammentaten und wieder mit der Musik begannen. 1967 wurde die erste Frau aufgenommen.
Obwohl viele Menschen in Eisenschmitt dem Musikverein verbunden sind, geht der demografische Wandel auch an den Alten Kameraden nicht vorbei. Um dennoch genügend Musiker für Auftritte zu haben, hat sich der Verein Ende 2012 mit der Eifelkapelle Gransdorf zusammengetan. Beide Vereine sind selbstständig. Gespielt und geprobt wird aber gemeinsam.
Im Jubiläumsjahr haben die Akteure noch ein Jubiläums-Konzert im September geplant. Dafür wurde ein Projektorchester ins Leben gerufen.
Damit sollen ehemalige Mitglieder die Gelegenheit haben, noch einmal mit dem Verein zu musizieren. noj
Extra

Am Sonntag, 11. Mai, beginnt das Jubiläumsfest um 11 Uhr mit dem Hochamt in der Pfarrkirche St. Servatius. Es folgen: 11.30 Uhr ein Frühschoppenkonzert im Gemeindehaus, 12 Uhr ein Kirmes-Essen (Bonverkauf: Dorfladen und Köhlerstube) und ab 14 Uhr eine musikalische Kaffeetafel. noj