Alte Lieder — trotzdem modern
Tradition hat das Mai-Singen des Gesangvereins 1837 Traben-Trarbach im Evangelischen Altenzentrum Ida-Becker-Haus. Viele Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste hatten sich zu diesem Konzert eingefunden, bei dem Lieder aus längst vergangenen Jahrhunderten erklangen.
Traben-Trarbach. (GKB) Für die alten Menschen bedeutet es stets eine große Freude, wenn sie gemeinsam mit dem Chor bekannte Volkslieder anstimmen können. "Der Mai ist gekommen" und "Wohlauf in Gottes schöne Welt" war den Bewohnern des Ida-Becker-Hauses mit allen Strophen bestens geläufig, und von Gunhild Neußer am Klavier begleitet wurde der Wonnemonat wohlklingend begrüßt. Sechs Lieder sangen Chor und Senioren gemeinsam. Andrea Bürkle vom Sozialen Dienst begrüßte die Sängerinnen und Sänger und berichtete, dass sich die Bewohner schon lange auf dieses Frühjahrskonzert gefreut hätten. "Die Musik verbindet uns alle und macht Spaß", sagte sie.Der Gesangverein 1837 zeigt auch im 170. Jahr seines Bestehens keine Anzeichen von Müdigkeit, im Gegenteil, mehr als 20 Sängerinnen und Sänger waren angetreten, um die Zuhörer zunächst mit Liedern in das 16. Jahrhundert, die Blütezeit der Madrigale, musikalisch zu entführen. "Dass diese alten Lieder auch heute noch modern sind, wollen wir Ihnen zeigen. Lassen Sie sich einfangen von den Klängen", ermunterte Albert Sonntag die Zuhörer. Aus dem Jahr 1591 stammt die Weise "An hellen Tagen" von Giacomo Gastoldi. "Tanzen und springen" entstand 1601, und "Kommt Ihr Gspielen" wurde 1630 komponiert. Ruth Drescher lockerte die Gesangsdarbietungen mit mehreren Frühlingsgedichten auf."Wach auf meins Herzens Schöne", "Rosenstock, Holderblüh" und das Scherz- und Spottlied "So geht es in Schnützelputzhäusel" erfreuten die Zuhörer. Den wohl ältesten Ursprung hatte das Lied "Ich hab den Wolf, den Fuchs, den Hasen". Die Melodie ist dem so genannten Ambrosianischen Lobgesang, dem Te Deum Laudamus um 400 entnommen. "Ade zur guten Nacht" und der "Der Mond ist aufgegangen" schlossen das Konzert ab. Albert Sonntag, 1. Vorsitzender des Gesangvereins, wurde von seiner Stellvertreterin Ruth Drescher für seine 20-jährige erfolgreiche Tätigkeit als Chorleiter geehrt. Der vitale Senior denkt auch in seinem 80. Lebensjahr nicht ans Aufhören, die Musik hält ihn jung, und weitere Mitsängerinnen und Mitsänger sind im Verein herzlich willkommen. Geprobt wird immer donnerstags um 20 Uhr im Bürgersaal des Alten Rathauses in Traben.