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Alte Trachten und der Trierer Bischof: Hochamt mit Stephan Ackermann ist Höhepunkt der 800-Jahr-Feier von Merscheid

Alte Trachten und der Trierer Bischof: Hochamt mit Stephan Ackermann ist Höhepunkt der 800-Jahr-Feier von Merscheid

Zu ihrer 800-Jahr-Feier haben die Merscheider ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Sie verwandeln den Ort in eine Partymeile. 70 Stände und viele Veranstaltungen locken die Besucher vom 13. bis 15. Juni in den Hunsrückort.

Merscheid. "Das einzige, was noch fehlt, ist das gute Wetter" sagt Roswitha Bernard, stellvertretende Ortsvorsteherin von Merscheid. Denn das Programm, das der Ort zu seiner 800-Jahres-Feier am Wochenende auf die Beine gestellt hat, kann sich sehen lassen. "Zuerst sollte es ein kleines Fest werden, aber dann kamen immer mehr Ideen zusammen", erläutert Bernard. Schließlich hat das Festkomitee, in dem Mitglieder des Gemeinderats, der Vereine und weitere Bürger vertreten sind, zum 1. Januar 2014 sogar eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, um die Veranstaltung ordnungsgemäß abzuwickeln.
Vom 13. bis 15. Juni wird der 400 Einwohner zählende Ort zu einer Feier-Meile. Die Hauptstraße wird gesperrt, um insgesamt 70 Ständen Platz zu machen. "Da mussten wir mit jedem Hausbesitzer sprechen und abklären, ob er Wasser- und Strom bereitstellen kann. Viele Dinge waren zu beachten," sagt Bernard. Das Angebot der Stände ist vielfältig. Basteln und Häkeln können auch Ungeübte dort lernen. Bogenschützen zeigen ihr Können, und es gibt eine umfangreiche Traktoren- und Oldtimerschau. Das Fest wird am Samstag, 13. Juni, um 11 Uhr eröffnet. Um 13.30 Uhr führen Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte das Märchen "Dornröschen" auf.
Um 14.30 Uhr werden dann die offiziellen Gäste begrüßt, darunter Staatssekretärin Heike Raab, Landrat Gregor Eibes und Bürgermeister Andreas Hackethal.
Zur feierlichen Messe um 18 Uhr hat sich sogar der Trierer Bischof Stephan Ackermann angekündigt. Dabei wirken der Merscheider Kindergarten und der Kirchenchor Haag mit. Am Abend bringen die Dompiraten Kölschrock auf die Festbühne (20.30 Uhr). Sowohl am Samstag wie auch am Sonntag wird der Künstler R.O. Schabbach die Pfarrkirche St. Georg mit einer Lichtinstallation in ein Kunstobjekt verwandeln.
Am Sonntag wird der Ortsvorsteher Bernd Flesch um 11 Uhr die Feststraße eröffnen. "Dabei wird eine nachgestellte Hochzeitsgesellschaft in historischen Kostümen durch den Ort ziehen", verrät Roswitha Bernard. Ab 12 Uhr präsentieren die "Schinderhannesbande" und die "Dippelbrüder" volkstümliche Unterhaltung. Auf der Festbühne spielt ab 11.30 Uhr der Musikverein Weiperath. Um 13.30 Uhr wird das Märchen "Dornröschen" aufgeführt, um 14.30 Uhr präsentiert die Grundschule Haag-Merscheid das Rockmusical "Antonio, Prinz mit Eselohren". Um 15.30 Uhr zeigt der "Zaubernde Pastor Jakob" sein Können. Ab 16.30 Uhr bringen die Original Kupesfels-Musikanten mit dem Programm "Polka meets Pop" Tanzstimmung in den Ort. Festausklang ist am Montag, 15. Juni.
In dem eng bebauten Ort wird es während der Feier keine Parkmöglichkeiten geben. "Wir haben mit den Anwohnern gesprochen und Vignetten verteilt. Das Verständnis der Anwohner ist groß. Aber allein am Samstag werden etwa 100 Personen mit dem Auto anreisen, um ihre Stände aufzubauen", sagt Bernard. Deshalb werden Besucherparkplätze auf dem Gelände des Merscheider Marktes ausgewiesen. Das Fest wird vom Sportverein, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Heimatverein, der Pfarrgemeinde und dem Musikverein ungestützt.
Zu den vielen geladenen Ehrengästen zählt übrigens auch Jakob Mierscheid, sagt Roswitha Bernard augenzwinkernd. Er habe auch zugesagt, zu kommen. Jakob Mierscheid ist ein fiktiver Bundestagsabgeordneter, den 1979 die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Würtz und Karl Haehser aus Spaß erfunden haben. Das Phantom "Mierscheid" wird seitdem gepflegt.Extra

Foto: (m_huns )

Rund um das Leben des Merscheiders Dr. Friedrich Thinnes gibt es zur 800-Jahr-Feier eine umfangreiche historische Ausstellung mit Objekten und Stellwänden. Friedrich Thinnes (1790-1860) hatte sich als Bauernsohn hochgearbeitet bis zur Stelle des Domkapitulars von Speyer. Er war zudem Dompfarrer von Eichstätt, Dompropst von Würzburg und Abgeordneter des bayerischen Landtages sowie Mitglied der Deutschen Nationalversammlung 1848/49 Die Ausstellung ist während der 800-Jahr-Feier von 11 bis 18 Uhr geöffnet. hpl